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Bezahlbaren Wohnraum fördern

Die einen haben Wohnraum und wissen nicht, wie sie ihn vermarkten sollen. Die anderen suchen dringend welchen und wissen nicht, wo sie ihn herbekommen sollen. Klingt doch eigentlich nach einer einfach zu lösenden Aufgabe. Theoretisch ja, praktisch nein. Leider. Das, aber nicht nur das, zeigte kürzlich der Wohngipfel unter dem Motto „Platz da – für mehr Wohnraum für Studierende“, zu dem die TH OWL auf den Kreativ Campus Detmold eingeladen hatte.

Die Hochschule kann selbst keine Wohnheime für Studierende bauen, doch sie kann, wie zuvor bereits am Standort Lemgo geschehen, unterschiedliche Akteur:innen an einen Tisch holen und Aufmerksamkeit schaffen. Denn wenn mehr junge Leute an die Campi in Detmold, Lemgo oder Höxter oder an die Studienorte Minden und Herford kommen sollen, müssen diese auch Wohnraum finden, wie TH-OWL-Präsident Professor Dr. Jürgen Krahl unterstrich.

Die Herausforderungen sind facettenreich. „Wo packen wir die 200 Studierenden hin, die zusätzlich an unseren Campus kommen sollen“, lautete dann auch die durchaus nicht nur rhetorische Frage von Professorin Sandra Bruns an die Teilnehmenden, die aus den Bereichen Immobilienwirtschaft, Bauwesen, Finanzwesen, öffentliche Verwaltung oder soziale Einrichtungen zum Wohngipfel kamen. „Wohnen ist ein Grundbedürfnis. Unsere Studierenden sollen die Zeit nicht mit Pendeln verbringen.“

Paul Homann und Ela Yildiz hatten vor diesem Hintergrund auch Zitate ihrer Kommiliton:innen gesammelt und mitgebracht. Diese zeigen, wie anstrengend die Wohnungssuche insbesondere für internationale Studierende sein kann. Aber es zeigte sich auch, dass das lokale Angebot nicht allen Studierenden aus dem In- und Ausland bekannt ist. Auch hier soll Abhilfe geschaffen werden, indem Vermieter noch direkter mit den Studierenden in Kontakt kommen.

Ein weiterer Aspekt bei diesem Treffen war es, abgeschlossene Projekte von Studierenden rund ums Wohnen nicht in der Schublade verschwinden zu lassen, sondern zu sammeln und den Teilnehmenden vorzustellen. Unter anderem ging es dabei um die Umwidmung von Bestandsgebäuden, die aktuell noch nicht zum Wohnen genutzt werden oder können. Oder darum, dass ältere und jüngere Menschen auch ohne Verwandtschaftsbezug unter einem Dach leben und sich gegenseitig unterstützen. Oder darum, die Möglichkeiten zu erkennen, die selbst eine gewachsene urbane Struktur bieten kann. „Es ist wichtig, die Ideen aus der Hochschule für gute Konzepte zu nutzen“, sagte Professorin Stephanie Stratmann.

Dass studentisches Leben eine Stadt nicht nur jünger und bunter macht, sondern auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für Handel und Gastronomie ist, darauf machte Teilnehmer Paul Kirchgässner von der Werbegemeinschaft Detmold aufmerksam.

Unterm Strich war der Wohngipfel der TH OWL in Detmold eine gelungene Zusammenkunft, die alle Teilnehmenden zur weiteren Vernetzung inspirierte, um bezahlbaren Wohnraum in Detmold, Lemgo und Umgebung zu fördern. Auch die Qualität des Wohnorts soll gesteigert und das studentische Miteinander gefördert werden. Einigkeit herrschte dahingehend, dass die Wohnungssuche rund um die TH OWL deutlich einfacher ist als in Ballungszentren. Aber es sind noch längst nicht alle Potenziale gehoben. Fortsetzung folgt.