Das Vorhaben analysiert die Grüne Infrastruktur im Kreis Lippe und setzt gezielt Maßnahmen zu ihrer Förderung um. Dabei bietet das Projekt als Modellvorhaben die Möglichkeit, innovative Herangehensweisen und Maßnahmen zu erproben sowie Handlungsempfehlungen für andere Regionen abzuleiten. Der Fokus liegt dabei auf den Themengebieten Biotopverbund, Kulturlandschaft und Erholung. Zentraler Bestandteil des Projekts ist auch die enge Zusammenarbeit von Wissenschaft und Praxis: Der Kreis Lippe, die Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe, die Hochschule Osnabrück und der Landschaftsverband-Westfalen Lippe (LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen) setzen das Projekt gemeinsam um. Gefördert wird das Projekt vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums sowie durch das nordrhein-westfälische Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr.
Professor Dr. Boris Stemmer und Evelyn Behre vom Fachbereich Landschaftsarchitektur und Umweltplanung der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe auf dem Sustainable Campus Höxter obliegt im Projekt einerseits der thematische Schwerpunkt der Erholung und andererseits das Projektmanagement der wissenschaftlichen Begleitforschung. In dieser Funktion initiierten sie die Ausrichtung der mehrtätigen Fachveranstaltung anlässlich der Halbzeit der Projektlaufzeit. Den Auftakt der Fachveranstaltung bildete eine Fachtagung in den Räumen der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe. Hier kamen Expert:innen aus ganz Deutschland zusammen, um sich über aktuelle Entwicklungen und Perspektiven grüner Infrastruktur auszutauschen.
Prof. Dr. Boris Stemmer berichtete: „Die Halbzeit des Projekts bot einen passenden Anlass, um die bisherigen Ergebnisse sowohl der Fachöffentlichkeit als auch den lokalen Akteur:innen vorzustellen und gemeinsam zu reflektieren. Besonders die Fachtagung sollte dazu beitragen, das Thema Grüne Infrastruktur aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten und den interdisziplinären Austausch zwischen Expert:innen verschiedener Fachrichtungen zu fördern.“
Nach einer kurzen Einführung startete die Tagung mit einem Überblick über den aktuellen Stand des E+E-Vorhabens, welcher von Prof. Dr. Boris Stemmer (TH OWL) und Birgit Griese-Lödige (Kreis Lippe), präsentiert wurde. Im weiteren Verlauf der Tagung stand die Rolle grüner Infrastruktur in der Landschafts- und Raumplanung im Fokus. Daran anschließend folgten Beiträge zur Bedeutung grüner Infrastruktur als informelles Planungsinstrument. Alle Vorträge wurden von lebhaften Diskussionen und engagierten Nachfragen begleitet. Mit einem kurzen Ausblick auf die weitere Projektlaufzeit wurde der erste Veranstaltungstag abgeschlossen.
Der zweite Veranstaltungstag stand ganz im Zeichen des Austauschs mit lokalen Akteur:innen. Vertreter:innen aus Naturschutzverbänden, Vereinen und weiteren Institutionen trafen sich am Freitag im Kreishaus Detmold, um sich gemeinsam mit dem Projektteam über den Stand und die Weiterentwicklung des E+E-Vorhabens auszutauschen. Nach einer Vorstellung des aktuellen Projektfortschritts präsentierte Evelyn Behre (TH OWL) erste Zwischenergebnisse der seit November 2024 laufenden Befragung zur Erholung in Lippe.
Im Anschluss arbeiteten die Teilnehmenden in einem intensiven Workshop an drei Thementischen: Im Fokus standen Umweltbildung und Beteiligung, die Entwicklung der Kulturlandschaft sowie die Umsetzung konkreter Maßnahmen in den Schwerpunkträumen. Die Gruppen lieferten wertvolle Anregungen und gaben dem Projektteam zahlreiche Hinweise und Ideen für die weitere Planung und Umsetzung.
Den Abschluss der dreitägigen Fachveranstaltung bildete eine Exkursion in die Bad Meinberger Schweiz, einen der sieben Schwerpunkträume des Projekts. Bei einer Führung über das sonst unzugängliche Gelände des Moorstichs Stinkebrink erhielten die Teilnehmenden spannende Einblicke in die historische Nutzung sowie die aktuelle naturschutzfachliche Pflege und die geplanten Entwicklungsmaßnahmen im Rahmen des Projekts.



