Am Freitag, 27. März, wurde auf dem Innovation Campus Lemgo der Förderbescheid für das Projekt „InstaChance“ durch Regierungspräsidentin Anna Katharina Bölling übergeben. Für das Vorhaben stehen im Rahmen der Förderlinie „Regio.NRW – Transformation Wissens- und Technologietransfer“ insgesamt 587.777,08 Euro zur Verfügung. Es handelt sich um ein EFRE-Projekt, das von der Europäischen Union und dem Land Nordrhein-Westfalen kofinanziert wird.
„Social Media spielt eine zentrale Rolle im Alltag vieler junger Menschen. Das Projekt ,InstaChance‘ unterstützt Unternehmen in Ostwestfalen-Lippe dabei, junge Talente über Social Media anzusprechen und für eine Ausbildung zu gewinnen. Unternehmen können damit ihre Sichtbarkeit im digitalen Raum erhöhen und ihren Rekrutierungsprozess vereinfachen. Gerne unterstützen die Europäische Union und das Land Nordrhein-Westfalen diese innovative Lösung“, sagt Anna Katharina Bölling, Regierungspräsidentin im Regierungsbezirk Detmold, bei der Übergabe des Förderbescheids.
„InstaChance“ reagiert auf eine der zentralen Herausforderungen vieler kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU): den anhaltenden Fachkräftemangel und die zunehmende Schwierigkeit, junge Menschen über klassische Wege für eine Ausbildung zu erreichen.
Der Fachbereich Medien und Kultur der TH OWL koordiniert das Projekt und setzt es in enger Zusammenarbeit mit starken Partnern aus der Region um. Es ist in sieben aufeinander aufbauende Arbeitspakete gegliedert. Dabei werden zunächst die Bedarfe von Jugendlichen und Unternehmen analysiert, anschließend digitale Recruiting-Strategien entwickelt, Inhalte produziert und Maßnahmen praktisch erprobt. Ergänzt wird dies durch die kontinuierliche wissenschaftliche Evaluation sowie den Transfer der Ergebnisse in die regionale Unternehmenspraxis.
Professor Sebastian Grobler erläutert: „Einerseits soll über modernes Azubi-Recruiting die Wettbewerbsfähigkeit der regionalen KMU unterstützt werden, andererseits geht es darum, Jugendlichen nachhaltig ein gutes Berufsleben zu ermöglichen. Die Anzahl der ungelernten Arbeiter in Deutschland ist – auch im internationalen Vergleich – zu hoch.“
Jugendliche nutzen für ihre berufliche Orientierung heute verstärkt Social-Media-Plattformen wie TikTok, Instagram und YouTube. Klassische Rekrutierungswege stoßen deshalb zunehmend an ihre Grenzen. Genau hier setzt „InstaChance“ an: Es unterstützt KMU dabei, digitale und zielgruppengerechte Strategien zur Gewinnung von Auszubildenden zu entwickeln und einzusetzen.
Ziel ist es, Unternehmen dabei zu helfen, junge Menschen niedrigschwellig, authentisch und wirksam anzusprechen – und gleichzeitig Jugendlichen den Zugang zu Ausbildungsplätzen zu erleichtern.
Das Projekt baut auf den Erkenntnissen des erfolgreichen Vorgängerprojekts „Azubi-Recruiting 4.0“ auf, in dem bereits erste Social-Media-basierte Ansätze zur Ansprache junger Zielgruppen entwickelt wurden.
„InstaChance“ geht einen entscheidenden Schritt weiter: Im Fokus steht der gesamte Recruiting-Prozess – von der ersten Aufmerksamkeit über digitale Inhalte bis hin zur Bewerbung und Einstellung. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Entwicklung eines innovativen One-Click-Bewerbungssystems, das den Prozess für Jugendliche deutlich vereinfacht und niedrigschwelliger gestaltet.
Im Rahmen des Projekts lernen Unternehmen, zielgruppenspezifische Inhalte für Social Media zu entwickeln, diese wirksam über digitale Kanäle zu verbreiten und Social Media nachhaltig als Recruiting-Instrument einzusetzen.
Die wissenschaftliche Begleitung bildet einen zentralen Bestandteil des Projekts. Durch regelmäßige Befragungen von Schüler:innen werden Inhalte und Maßnahmen kontinuierlich überprüft und weiterentwickelt. Parallel dazu werden Unternehmen in praxisorientierten Schulungen befähigt, digitale Recruiting-Strategien eigenständig umzusetzen.
Professor Dr. Tobias Schmohl erläutert: „Dabei werden die bisherigen Aktivitäten im Azubi-Recruiting und die individuellen Herausforderungen der Unternehmen systematisch erfasst und quantitativ und qualitativ ausgewertet. Zudem werden die eingeleiteten praktischen Maßnahmen auf ausgewählten Social Media Plattformen einem Monitoring unterzogen, so dass eine wirkliche Erfolgskontrolle möglich ist.“
Mit „InstaChance“ leistet die TH OWL einen wichtigen Beitrag dazu, Wissens- und Technologietransfer in die Region zu stärken und Unternehmen bei einer zukunftsfähigen Fachkräftesicherung zu unterstützen.
