Der neue Bachelorstudiengang Gamecraft soll zum Wintersemester 2027/28 am Fachbereich Medien und Kultur in Detmold starten. Er verbindet Spieleentwicklung mit Themen aus Medien, Informatik und gesellschaftlichen Fragestellungen und fördert interdisziplinäres sowie standortübergreifendes Arbeiten. Am Lernort Herford ist in diesem Zusammenhang die Einrichtung einer „Gaming Lounge“ als Dritter Ort vorgesehen.
Die Studierenden sollen Kompetenzen in Gamedesign, Gameplay und Vermarktung erwerben. Dazu gehört, Spiele zu konzipieren und zu gestalten, Spielabläufe und -erlebnisse zu entwickeln sowie die selbstentwickelten Spiele erfolgreich auf den Markt zu bringen.
Besonderes Merkmal ist eine aus Computerspielen bekannte „Level-Strategie“: Das Studium führt die Studierenden vom Beginner- bis zum Boss-Level und setzt dabei auf projektorientiertes Lernen.
Durchgeführt wird der Studiengang gemeinsam vom Fachbereich Medien und Kultur, dem Fachbereich Informatik und Automation sowie dem Institut für Wissenschaftsdialog.
Professor Falkemeier, Dekan des Fachbereichs Medien und Kultur, sieht Chancen in der Weiterentwicklung seines Fachbereichs: „Mit Gamecraft erschließen wir einen weiteren medialen Bereich. So sprechen wir eine größere Zielgruppe junger Menschen an und stärken die Attraktivität der Hochschule.“
Zum Konzept gehört auch das Thema Gamification. Studierende lernen dadurch nicht nur, Spiele zu entwickeln, sondern auch, wie spielerische Elemente beispielsweise in Bildung, Wirtschaft oder Gesellschaft eingesetzt werden können.
TH-OWL-Präsident Krahl betont die strategische Bedeutung des Vorhabens: „Mit Gamecraft schaffen wir ein innovatives Studienangebot. Es steht beispielhaft dafür, wie wir unterschiedliche Kompetenzen in der Hochschule bündeln und daraus neue Impulse für Lehre, Forschung und Transfer entwickeln. Gaming und Gamification bieten großes Potenzial – nicht nur für die Lehre, sondern auch für Innovationen und die Zusammenarbeit mit Unternehmen.“
Die geplante Gaming Lounge in Herford soll den Austausch zwischen Studierenden, Kreativen und Unternehmen fördern. Professor Löffl, Leiter des Lernorts Herford und des Instituts für Wissenschaftsdialog, blickt dabei über den Studienbetrieb hinaus: „Unser gemeinsames Ziel ist, dass hier in OWL Spieleentwicklungsstudios entstehen. Hier kann die TH OWL einen wichtigen Beitrag leisten.“
Als Berichterstatter für „Games“ der CDU/CSU-Bundestagsfraktion interessierte sich Joachim Ebmeyer besonders für den neuen Studiengang. „Die Games-Branche ist längst ein ernstzunehmender Wirtschaftszweig, in dem Deutschland Aufholbedarf hat. Der Lernort Herford ist ein echter Standortfaktor.“ Die TH OWL bringe Themen in die Region, die sonst an den großen Universitätsstandorten verhandelt würden. Gleichzeitig zeige sie viel Offenheit für neue Formate und Ansätze sowie den Willen, diese nicht nur zu diskutieren, sondern auch umzusetzen.
Neben Gamecraft informierte sich Ebmeyer auch über den Studiengang Digital Management Solutions, mit dem die TH OWL ein praxisorientiertes Studienangebot am Lernort Herford etabliert hat. Der berufsbegleitende Masterstudiengang verbindet wissenschaftliche Weiterbildung mit den Anforderungen kleiner und mittlerer Unternehmen und zeigt, wie die TH OWL in Herford gemeinsam mit regionalen Partnern bedarfsgerechte Bildungsangebote entwickelt.
„Mich hat vor allem beeindruckt, wie eng die TH OWL mit den Unternehmen und Kommunen der Region verzahnt ist“, sagte Ebmeyer zum Abschluss. Als Mitglied des Forschungsausschusses erlebe er immer wieder, dass nicht nur gute Forschung entscheidend sei, sondern auch, ob ihre Ergebnisse den Weg in Produkte, Dienstleistungen und Arbeitsplätze fänden. Die TH OWL sei dafür ein hervorragendes Beispiel.
