Die Grüne Woche feierte in diesem Jahr ihren 100. Geburtstag. Ein Jahrhundert, das verdeutlicht, wie individuell sich Ernährung verändert und an aktuelle Bedürfnisse angepasst hat: Stand vor 100 Jahren noch die reine Versorgung im Vordergrund, prägen heute der Wunsch nach Individualität sowie eine nachhaltige, effiziente und kostengünstige Lebensmittelproduktion die Agenda. Die TH OWL zeigte vom 16. bis 23. Januar in der NRW-Halle am Stand der Genussregion OWL, wie moderne Forschung diese Anforderungen in neue Technologien übersetzt.
Technologie, die schmeckt
Besonders die beiden Lebensmitteldrucker der Future Food Factory OWL entwickelten sich am Stand zum Publikumsmagneten. Über 1.300 Besucher:innen – von neugierigen Schulklassen bis hin zu Fachleuten aus der Wirtschaft – nutzten die Gelegenheit, die Lebensmittelproduktion der Zukunft live zu erleben. Ob das ganz persönliche Porträt auf Esspapier oder frisch gedruckte Schokolade: Hier konnte man sich Innovationen schmecken lassen.
Bei zahlreichen Gesprächen am Stand ging es dabei um weit mehr als nur ein technisches Souvenir. Das Messeteam konnte eindrucksvoll verdeutlichen, dass der 3D-Druck keine Spielerei ist, sondern eine Antwort auf reale Herausforderungen der Branche bietet. So lassen sich beispielsweise durch die Automatisierung von Dekorarbeiten im Konditoreihandwerk Personalressourcen schonen, ohne auf Individualität verzichten zu müssen.
Politischer Dialog am Messestand
Auch die Politik zeigte sich von den Möglichkeiten beeindruckt: Silke Gorißen, Ministerin für Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen, ließ sich vor Ort ein personalisiertes Porträt auf Esspapier erstellen und tauschte sich mit dem Team über moderne Verbrauchertrends aus. Auch Dr. Oliver Vogt, Bundestagsabgeordneter für den Kreis Minden-Lübbecke, zeigte sich begeistert von den Möglichkeiten des 3D-Lebensmitteldrucks für die Region und die Branche.
Start-up Power aus OWL
Auch die Start-ups „Miss Mineva’s“ und „Ingwer Shoc“ unterstrichen die Innovationskraft der Region. Mit fermentierten Suppen und innovativer Ingwer-Schokolade überzeugten sie nicht nur das Publikum, sondern präsentierten ihre Ideen auch auf großer Bühne: Als zwei von nur zehn bundesweit ausgewählten Teams pitchten sie ihre Visionen bei den Start-up Days der Grünen Woche vor einer Fachjury.
Auch wenn der Sieg in diesem Jahr an ein anderes Team ging, war das Feedback der Fachleute eindeutig. Die Jury lobte ausdrücklich den Mehrwert der Produkte für eine zukunftsfähige Ernährung und den Mut der Gründer:innen.
Autonome Landwirtschaft im Fokus
Vom 22. bis 23. Januar verlagerte sich der Schwerpunkt am Stand der Genussregion OWL auf den Bereich der modernen Landwirtschaft. Professor Dr. Burkhard Wrenger und sein Team präsentierten dem Fachpublikum mit dem Farmbot ein System, das viele Schritte des Pflanzenanbaus im Garten oder bei Landwirtschaftsbetrieben automatisiert und dabei Arbeitszeit und Wasser spart. Das Interesse an der Schnittstelle zwischen digitaler Steuerung und nachhaltigem Anbau war bei den zahlreichen Besucher:innen der zweiten Messehälfte ungebrochen groß und rundete den Gesamtauftritt der TH OWL auf der Jubiläumsmesse ab.




