Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen Austausch, Diskussion und die Frage, welche Bedeutung das Grundgesetz für unser Zusammenleben heute hat. Nach der Begrüßung durch TH OWL-Präsident Professor Dr. Jürgen Krahl führte Professorin Dr. Uta Pottgiesser, Vizepräsidentin für Kultur, Kommunikation und Internationales, mit einleitenden Worten in das Thema ein. Sie macht deutlich, dass demokratischer Austausch auch bedeutet, einfache Denkmuster zu hinterfragen. „Oft denken wir in Schwarz-Weiß-Kategorien, weil die Auseinandersetzung mit anderen Positionen und Szenarien komplex und anstrengender ist. Dabei müssen wir uns immer wieder bewusst machen, wie privilegiert wir sind “, sagte sie. Anschließend folgte ein Vortrag von Professor Dr. Florian Hobbeling unter dem Titel „Unser Grundgesetz: Ein in die Jahre gekommenes oder modernes Vorbild?“
In seinem Vortrag beleuchtete Hobbeling die historische Entwicklung des Grundgesetzes und schlug zugleich den Bogen zu aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen. Dabei griff er Fragen auf wie: Wann ist ein Grundrecht tatsächlich verletzt? Wo liegen die Grenzen der Meinungsfreiheit? Und weshalb ist die Unterscheidung zwischen Meinung und Tatsache für demokratische Debatten unverzichtbar? Eine zentrale Botschaft seines Vortrags lautete: „Die Würde des Menschen steht im Mittelpunkt – Widerstand gegen Angriffe auf unser Grundgesetz ist der Eckpfeiler unserer Demokratie.“ Damit unterstrich Hobbeling die Bedeutung kritischer Auseinandersetzung und gesellschaftlicher Beteiligung für eine lebendige demokratische Kultur.
Ergänzt wurde das Programm durch zwei Ausstellungen, die sich mit der Entstehung und Bedeutung des Grundgesetzes auseinandersetzten. Sie boten den Besucher:innen die Möglichkeit, sich auf unterschiedliche Weise mit der deutschen Verfassung, ihren historischen Grundlagen und ihrer Aktualität zu beschäftigen.
„Ich bin hier, weil mir das Zusammenleben und die Menschenrechte sehr am Herzen liegen. Ein offener Austausch ist für mich Kern der Demokratie. Dazu gehört auch, sich verschiedene Meinungen anzuhören“, sagte Fabian Lücke. Damit brachte er einen Gedanken auf den Punkt, der die Veranstaltung prägte: Demokratie lebt vom Dialog, vom Zuhören und vom respektvollen Austausch unterschiedlicher Perspektiven.
Neben Vortrag und Ausstellungen bot die Veranstaltung Raum für persönliche Gespräche und Diskussionen. So wurde Demokratie nicht nur thematisiert, sondern auch praktisch erlebbar gemacht.



