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Im Hochschullabor: Junge Talente entdecken die Welt der Chemie

Kürzlich öffnete der Fachbereich Landwirtschaft, Lebensmittel und Gesundheit seine Türen für 18 junge Talente der Jahrgangsstufen 8 bis 10 – darunter auch zwei Schülerpraktikanten, die aktuell einen tieferen Einblick hinter die Kulissen der Hochschule erhalten.

Im Rahmen des Netzwerks Begabungsförderung der Bezirksregierung Detmold kamen die MINT-interessierten Schüler:innen aus ganz Ostwestfalen-Lippe – unter anderem aus Paderborn, Bielefeld, Detmold, Horn-Bad Meinberg und Warburg – an die TH OWL, um über den Tellerrand des klassischen Schulunterrichts hinauszublicken.

Der zweitägige Workshop begann mit der Veranstaltung „Von Rumaroma, PET bis Nylon – Alles die gleiche Chemie“ am Marianne-Weber-Gymnasium. Dort setzten sich die Teilnehmenden intensiv mit der Veresterung auseinander – einer grundlegenden chemischen Reaktion, die sowohl bei Aromastoffen als auch bei Kunststoffen eine zentrale Rolle spielt.

Am zweiten Tag wechselte die Gruppe in die Labore des Fachbereichs Landwirtschaft, Lebensmittel und Gesundheit. Hier führten die Jugendlichen Experimente durch, die direkt an die zuvor erarbeiteten theoretischen Inhalte anknüpften. Mithilfe analytischer Verfahren konnten sie die Reaktionen praktisch nachvollziehen. Beispielhaft standen die Herstellung von Seife sowie die Umwandlung pflanzlicher Öle im Fokus.

„Das Ziel ist es, experimentelles Arbeiten mit größeren Glasgeräten – also Inhalte, die sonst eher in der Oberstufe behandelt werden – für besonders begabte Schüler:innen der Klassen 8 bis 10 altersgerecht aufzubereiten. Das macht jedes Jahr aufs Neue viel Freude“, erläutert Chemielehrer Olaf Göke vom Marianne-Weber-Gymnasium, der das Workshop-Format seit vielen Jahren regelmäßig begleitet.

Auch die Teilnehmenden zeigten sich begeistert. Greta M. Rhode von der Janusz Korczak -Gesamtschule Gütersloh erklärt: „Wir haben teilweise Inhalte aus der Oberstufe kennengelernt. Das ist eine gute Grundlage für später, weil wir aktuell noch in der Mittelstufe sind.“

Jonas Krebs vom Marianne-Weber-Gymnasium hebt den Praxisbezug hervor: „Wir arbeiten mit ganz anderen Messgeräten und Utensilien als im normalen Schulunterricht. Die Themen gehen weiter in die Tiefe, sind aber trotzdem altersgerecht erklärt. So bekommen wir Einblicke in Inhalte, die über den regulären Unterricht hinausgehen, und können eigene Interessenschwerpunkte setzen.“

In den Fachbereichslaboren tauschten die Schüler:innen Theorie gegen Praxis. Unter fachlicher Anleitung von Benjamin Weber und Benjamin Hellweg (Allgemeine Chemie) sowie den Auszubildenden Linus Behrens, Emily Rudenski und Kilian Kanne sammelten die Gäste fundierte Erfahrungen in organischer Chemie.

„Besonders freut mich, dass unsere Auszubildenden hier nicht nur die enge Verbindung zwischen beruflicher und akademischer Ausbildung erleben, sondern ihr Wissen auch direkt an Schüler:innen weitergeben können. Mein Dank gilt in diesem Jahr nicht nur unseren engagierten Auszubildenden, sondern auch den beiden Schülerpraktikanten, die uns in den vergangenen Wochen im Labor unterstützt haben“, betont Weber.

Seit 2016 unterstützt das Netzwerk Begabungsförderung OWL der Bezirksregierung Detmold Jugendliche bei der Teilnahme an außerschulischen Lernangeboten. Auf Empfehlung ihrer Lehrkräfte können sich junge Talente für das Förderprogramm anmelden und an Workshops in den Bereichen Naturwissenschaft und Technik, Sprache oder musische Bildung teilnehmen. Ziel ist es, Schüler:innen frühzeitig zu fördern und ihnen die Möglichkeit zu geben, gemeinsam mit Gleichgesinnten zu forschen und zu lernen.