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Klimaschutz an Hochschulen: Das tut die TH OWL

Ihre Verwaltung bis 2030 klimaneutral zu gestalten und so ihrer Vorbildrolle im Klimaschutz gerecht zu werden – das hat sich die NRW-Landesregierung zum Ziel gesetzt. Alle 14 Universitäten und 16 Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Trägerschaft des Landes haben sich freiwillig einem einheitlichen Verfahren zur Bilanzierung und Veröffentlichung ihrer Treibhausgasemissionen (THG) angeschlossen, so auch die TH OWL.

Erstmals haben sich alle 30 NRW-Hochschulen auf ein gemeinsames Vorgehen verständigt und erheben künftig jährlich ihre Daten. Das ist ein wichtiger Fortschritt auf dem Weg zur Senkung der Emissionen. Unterstützt werden die Einrichtungen von der Geschäftsstelle Klimaneutrale Landesverwaltung im Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Klimaschutz und Energie des Landes NRW sowie vom Landesamt für Natur, Umwelt und Klima Nordrhein-Westfalen. Dabei fließen auch Erfahrungen aus der THG-Bilanzierung der Landesverwaltung ein.

Der erste Bericht umfasst die Bilanzjahre 2019, 2020 und 2021. Er erfasst die Emissionen der Hochschulen nach dem international anerkannten Standard des „Greenhouse Gas Protocol“. Berücksichtigt werden vor allem die Bereiche Gebäude (Strom- und Wärmeversorgung) sowie dienstliche Mobilität (Dienstreisen und Fuhrpark). „Eine Rolle spielt auch die Anzahl der Studierenden sowie der Mitarbeitenden“, sagt Dirk Tappe, Leiter des Dezernats Gebäudemanagement der TH OWL.

Im Vergleich zum Basisjahr 2019 blieben die Emissionen der 30 öffentlich-rechtlichen Hochschulen in den Jahren 2020 und 2021 weitgehend konstant. Belastbare Trends lassen sich daraus jedoch noch nicht ableiten – zu kurz ist der Zeitraum, zu stark der Einfluss der Covid-19-Pandemie.

Der Bericht schafft Transparenz. „Wir können mit den Ergebnissen zufrieden sein. Wir liegen bei allen erfassten Werten der Jahre 2019 bis 2021 im guten Mittelfeld“, sagt Tappe. „Die Daten für 2023 und 2024 haben wir im Dezember 2025 abgegeben. Für diesen Zeitraum erwarten wir noch bessere Ergebnisse.“ Ein wichtiger Hebel ist die Umstellung auf Ökostrom: „Das wird uns beim THG-Ausstoß deutlich voranbringen.“

Der Bezug von „grünem Strom“ ist jedoch nur ein Baustein. Die Hochschule erzeugt auch selbst Energie: Auf Gebäude 5 am Campus Detmold ging Ende 2025 eine neue Photovoltaikanlage in Betrieb. Am Campus Höxter wurde eine bestehende Anlage auf dem Bauteil 6000 durch eine hocheffiziente ersetzt – sie ist sogar in die Lehre eingebunden. In Lemgo entstehen in diesem Jahr weitere Anlagen auf den neuen Laborgebäuden 14 und 16.

Ebenso wichtig ist das Sparen von Energie. „Der günstigste Strom ist der, den man nicht verbraucht“, sagt Tappe. Deshalb stellt die TH OWL schrittweise auf LED-Beleuchtung um. Wo neu geplant wird, ist LED Standard.

An ihren Standorten in Detmold und Lemgo bezieht die TH OWL zudem Fernwärme. „Die Kommunen stellen auf erneuerbare Energien um – das wirkt sich positiv aus. Auch für die regionalen Stadtwerke ist Klimaneutralität ein wichtiges Thema.“ Am Campus Höxter wird derzeit noch mit Gas geheizt. „Hier müssen wir mit dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW als unserem Vermieter klären, welche Alternativen möglich sind.“ 

Das neue Berichtswesen schafft eine einheitliche Grundlage, um Klimaschutzmaßnahmen gezielt zu planen und umzusetzen. Hochschulen profitieren dabei voneinander: Einrichtungen mit Erfahrung geben ihr Wissen weiter. 

Die TH OWL entwickelt ihr System weiter. „Wir verbessern Schritt für Schritt unsere Datenerfassung, um aussagekräftigere Ergebnisse zu erhalten“, erklärt Tappe. Für Dienstreisen wird bald eine neue Software eingeführt. „Unser Ziel ist klar: Emissionen weiter senken und möglichst schnell klimaneutral werden.“ Bei Inlandsreisen setzt die Hochschule konsequent auf die Bahn. „Durch die Lage unserer Standorte im ländlichen Raum lässt sich das Auto aber nicht immer vermeiden.“

Aktuell werden die Bilanzen für 2022 und 2023 erstellt, die Daten für 2024 erhoben. Künftig ermöglichen die jährlichen Berichte belastbare Trendanalysen – und zeigen, welche Maßnahmen wirken.

Auch organisatorisch stellt sich die TH OWL neu auf: Eine Stelle für Klimaschutzmanagement ist derzeit ausgeschrieben. Sie ist zunächst auf zwei Jahre befristet und projektfinanziert. Aufgabe wird es sein, ein Klimaschutzkonzept zu entwickeln, Verbräuche detailliert zu erfassen und Einsparpotenziale zu erschließen. 

„Das Projekt bringt viel Klarheit und ist ein wichtiger Baustein unserer Nachhaltigkeitsstrategie“, sagt TH-OWL-Nachhaltigkeitsmanager Christian Einsiedel. Im laufenden Strategieprozess gehe es um weitere Entwicklungen – in Lehre, Forschung, Transfer sowie Betrieb und Governance. „Klimaschutz bleibt dabei eine zentrale Aufgabe. Die Arbeit von Dirk Tappe und seinem Team ist dafür ebenso wichtig wie das Engagement aller Studierenden und Mitarbeitenden.“

Näheres zum Thema auch hier: www.wirtschaft.nrw/themen/klimaschutz/klimaschutz-hochschulen