Mit alten Sorten gegen Apfelallergie

Menschen, die auf Äpfel allergisch sind, berichten häufig, dass sie nach dem Verzehr alter Apfelsorten im Vergleich zu Äpfeln jüngerer Sorten weniger oder keine Beschwerden haben. Ein Forschungsprojekt mit Beteiligung der Lebensmitteltechnologie der Hochschule OWL soll jetzt herausfinden, ob bestimmte alte Apfelsorten gut vertragen werden und ob der Verzehr alter Sorten zu einer natürlichen Toleranz gegenüber allen anderen Sorten führt.

Menschen, die auf Äpfel allergisch sind, berichten häufig, dass sie nach dem Verzehr alter Apfelsorten im Vergleich zu Äpfeln jüngerer Sorten weniger oder gar keine Beschwerden haben. Ein Forschungsprojekt mit Beteiligung der Lebensmitteltechnologie der Hochschule OWL soll jetzt herausfinden, ob bestimmte alte Apfelsorten gut vertragen werden und ob der Verzehr alter Apfelsorten zu einer natürlichen Toleranz gegenüber allen anderen Apfelsorten führt.

Viele Heuschnupfengeplagte entwickeln im Lauf der Zeit eine Allergie gegen Äpfel. Die sogenannte pollenassoziierte Nahrungsmittelallergie entsteht, weil die Allergene in  Baumpollen von Hasel, Erle oder Birke Ähnlichkeiten mit Proteinstrukturen in Äpfeln aufweisen. Ziel des Forschungsprojekts ist es zum einen, herauszufinden, warum alte Apfelsorten besser vertragen werden. Zum anderen soll die Frage beantwortet werden, warum offenbar bei vielen Betroffenen nach dem Verzehr alter Sorten auch die Toleranz für neuere, allergieauslösende Apfelsorten steigt. Die Forschenden interessieren sich dafür, ob es möglich ist, Allergiesymptome durch das eigene Essverhalten zu reduzieren und eine Hyposensibilisierung auf natürliche Weise durchzuführen.

Projektbeteiligte sind die Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst (PID), das Allergie-Centrum-Charité – Universitätsmedizin Berlin in Kooperation mit dem BUND Lemgo, dem Institut für Lebensmitteltechnologie der Hochschule Ostwestfalen-Lippe und der Europäischen Stiftung für Allergieforschung (ECARF). Von Seiten der Hochschule OWL ist Professor Jürgen Zapp in das Projekt eingebunden. An der Untersuchung werden rund 150 Allergikerinnen und Allergiker teilnehmen, die  nach dem Essen eines Apfels einer weit verbreiteten Sorte allergische Symptome haben. Die Studie wird bundesweit durchgeführt und soll im Herbst 2016 starten. Das Studienkonzept wurde mit dem Kanert-Preis der „Stiftung Kanert für Allergieforschung“ ausgezeichnet.

Das Projekt greift Ergebnisse japanischer Forscherinnen und Forscher auf, die festgestellt haben, dass die orale Einnahme von Polyphenolen aus Äpfeln mildernden Einfluss auf die Symptome einer allergischen Schleimhautentzündung haben kann. Polyphenole sind Pflanzenstoffe, die dem Apfel Farbe und Geschmack geben. In vielen alten Apfelsorten sind Polyphenole in hohen Konzentrationen vorhanden. Sie sind verantwortlich für den herben Geschmack und für die schnelle Bräunung nach Anschnitt des Apfels. In neueren Apfelsorten wurden die Polyphenole daher weitgehend herausgezüchtet.

Laut einer Studie des Robert-Koch-Instituts mit 8.000 Teilnehmenden berichten 14,6 Prozent der Erwachsenen in Deutschland, im Laufe ihres Lebens an einer Pollenallergie erkrankt zu sein. Von einer pollenassoziierten Nahrungsmittelallergie sind besonders Menschen betroffen, die an Hasel-, Erle- oder Birkenpollenallergie leiden. Die häufigsten Krankheitszeichen der Apfelallergie sind ein Jucken im Mund, Schwellungen der Mundschleimhaut, der Zunge oder der Lippen. Es können auch Augen-, Nasen-, Haut- oder Atembeschwerden auftreten. In der Regel setzen die Symptome fünf bis zehn Minuten nach dem Essen ein und klingen nach 20 Minuten ab.

Für Apfelallergikerinnnen und -allergiker gibt es umfangreiche Informationen auf der Webseite des BUND Lemgo: http://www.bund-lemgo.de/apfelallergie.html