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Mit Konzept der TH OWL: Erfolgreicher Workshop für Nachhaltigkeits-Bildung in Würzburg

Für die „BNE-Projektwerkstatt“ trafen sich am Freitag, den 10. Oktober 2025 rund 25 Hochschulmitarbeitende aus ganz Deutschland in Würzburg. In drei Gruppen wurde an der gemeinsamen Frage gearbeitet: Wie lässt sich Nachhaltigkeitsbildung im Hochschulsystem stärken?

Hochschulen gelten manchmal als Elfenbeintürme, in denen noch nicht einmal im selben Fachbereich miteinander gesprochen wird. Dass es auch anders gehen kann, zeigt die erste „BNE-Projektwerkstatt“, die am vergangenen Freitag auf Einladung der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltigkeit an Hochschulen (DG HochN) an der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt stattfand und länderübergreifende Perspektiven aus Bayern, Bremen, Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Bangalore (Indien) vereinte. 

Das Kürzel BNE steht dabei für „Bildung für Nachhaltige Entwicklung“ – ein Rahmenkonzept der UNESCO, das laut politischer Vorgaben auch an Hochschulen mit Leben gefüllt werden soll.

Wie kann es gemäß diesem Auftrag gelingen, dass Nachhaltigkeitsbildung systematisch in allen Fachbereichen verankert wird, ohne in die Freiheit von Lehre und Forschung einzugreifen? Wie kann man Lehrende dafür interessieren und befähigen? Und wie kann dieses Wissen auch Studierenden im globalen Süden sinnvoll zur Verfügung gestellt werden? 

Innovations-Workshop mit drei Teilgruppen

Drei Gruppen widmeten sich diesen Fragen mithilfe der Innovationsmethode „Design Thinking“. Zusätzlich gab es ein weiteres interaktives Workshop-Angebot zur „Spiral-curricularen Verankerung“ von Nachhaltigkeitsbildung durch Dr. Martin Gerner von der Technischen Universität Dresden sowie reichlich Gelegenheit zum Netzwerken.

„Ich freue mich, dass im Januar 2025 ein Symposium von Prof. Dr. Walter Leal bei uns im Norden den Anstoß für die sehr inspirierende Veranstaltung heute gegeben hat“, berichtete Johanna Imiela, Referentin für Nachhaltigkeit der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW Hamburg). Ihre Hochschule war Verbundpartnerin gemeinsam mit der gastgebenden Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) und der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe (TH OWL). 

TH OWL-Nachhaltigkeitsmanager Christian Einsiedel moderierte die Veranstaltung und hatte im Vorfeld auch das Konzept entwickelt: „Es ging uns darum, Perspektiven zusammenzubringen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Deshalb war der Workshop so gestaltet, dass alle Teilnehmenden wertvolle Beiträge leisten und konkrete Ideen mitnehmen konnten. Dabei haben sich nun drei hochschulübergreifende Teams gebildet, die die erarbeiteten Entwürfe im Anschluss weiterentwickeln und so Impulse ins gesamte Hochschulsystem geben können.“

Dabei konnte er auf vielen gemeinsamen Workshoperfahrungen mit seinem Kollegen Dr. Christoph Harrach aufbauen, der in seiner Promotion die Methode “Design Thinking für Nachhaltigkeit” mitentwickelt hatte und ebenso wie Prof. Dr. Miriam Barnat (FH Aachen) und Prof. Dr. Harald Bolsinger (THWS) auch eine der drei Teilgruppen leitete. Sie alle durchliefen jeweils drei Design Thinking-Phasen: 

  1. Problem verstehen

  2. Problem lösen 

  3. Lösung testen

Im strukturierten Vorgehen mit Dokumentvorlagen, visuellen Hilfsmitteln und Metaplantechnik wurden Ideen gemeinsam in kurzer Zeit entwickelt, konkretisiert und auf Praxistauglichkeit überprüft. Zuvor berichtete Prof. Dr. Ulrich Müller-Steinfahrt als Nachhaltigkeitsbeauftragter über den Weg der THWS zur nachhaltigen Hochschule, und die Teilnehmenden konnten weitere BNE-Methoden praktisch austesten.

Prof. Dr. Harald Bolsinger zeigte sich als Gastgeber hochzufrieden: „Die Veranstaltung war ein voller Erfolg und eine großartige Gelegenheit, innovative Ansätze für BNE voranzutreiben. Besonders hat mich gefreut, dass wir globale Bildungsgerechtigkeit thematisieren und mit Prof. Dr. Subramanian von der Christ University in Bangalore einen hochkarätigen internationalen Gast direkt mit einbinden konnten.“ 

Ebenso hob er den reibungslosen Ablauf hervor, den Niklas Dekkers als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für angewandte Logistik der THWS sichergestellt hatte. Auch das Resümee der DG HochN-Vertreterin Carla Wemken fiel sehr positiv aus: 

„Dieses Event war für uns ein Test, denn es war die erste Kooperationsveranstaltung, die wir nicht selbst organisiert hatten. Dabei hat sich das Format sehr gut bewährt und uns darin bestärkt, in Zukunft weitere solche Angebote für unsere Mitgliedshochschulen zu entwickeln. Ebenso freuen wir uns darauf, die drei nun entstandenen Projekte weiter unterstützend zu begleiten und die Vernetzung unter den Hochschulen gerade auch länderübergreifend zu stärken“. 

Wenn das gelingt, sollen Ergebnisse im kommenden Jahr auf einer Folgeveranstaltung an der TH OWL in Lemgo präsentiert werden.

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