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MONOCAB erreicht wichtigen Meilenstein auf dem Weg zum automatisierten Schienenverkehr

Das kreiselstabilisierte Einschienenfahrzeug hat einen weiteren wichtigen Entwicklungsschritt erreicht. Bei den Testtagen des Forschungsprojekts enableATO im Extertal demonstrierte das MONOCAB erstmals zentrale Funktionen des automatisierten Betriebs unter realen Bedingungen. Ziel war es zudem, den aktuellen Entwicklungsstand Projektpartnern, Fachleuten und Medien zu präsentieren. Das geplante Testprogramm konnte vollständig umgesetzt werden.

Wie bei komplexen Erprobungen üblich, waren zu Beginn einige technische Anpassungen erforderlich. Anschließend verliefen die Testfahrten stabil. Dabei erreichte das Projekt zwei wichtige Meilensteine: Das MONOCAB absolvierte erstmals autonome Fahrten mit Personentransport und erkannte Hindernisse auf der Strecke zuverlässig. Das Fahrzeug bremste automatisch und kam vor statischen wie dynamischen Hindernissen sicher zum Stillstand.

Während der Testfahrten legte das MONOCAB auf einer rund 50 Meter langen Strecke im Testfeld 1 in Extertal autonome Fahrten zurück. Es folgte einer vorgegebenen Route und übertrug gleichzeitig komprimierte Kamerabilder an ein entferntes Leit- und Kontrollzentrum. Die Datenübertragung erfolgte über WLAN und diente als Platzhalter für die spätere 5G-Anbindung.

Ein weiterer Schwerpunkt war die präzise Fahrzeuglokalisierung. Dazu führte das Projektteam Daten aus Satellitennavigation (GNSS), Trägheitssensorik (IMU) und Radsensoren zusammen. Auf dieser Grundlage entstand eine exakt vermessene digitale Streckenkarte.

Auch die Umfeldwahrnehmung wurde erfolgreich getestet. Kombinationen aus Kamera- und LiDAR-Sensorik sowie kamerabasierte KI-Verfahren erkannten zuverlässig Personen und andere Hindernisse auf dem Gleis. Ergänzt wurde dies durch Verfahren zur Gleissegmentierung und Tiefenschätzung. Die erkannten Objekte flossen unmittelbar in die Fahrstrategie ein. Das MONOCAB passte seine Geschwindigkeit automatisch an und stoppte bei Bedarf selbstständig.

Erfolgreich verlief auch die Erprobung der sogenannten Innenraumperzeption. Eine Superweitwinkelkamera erkannte stehende und sitzende Fahrgäste und registrierte automatisch Ein- und Ausstiegsvorgänge. Das Fahrzeug hielt selbstständig an definierten Haltepunkten, erkannte den Fahrgastwechsel und setzte seine Fahrt anschließend eigenständig fort.

Darüber hinaus bestätigten die Testreihen, dass sich synthetische Trainingsdaten erfolgreich auf reale Einsatzbedingungen übertragen lassen. Zusätzlich erfasste das Projektteam umfangreiche Messdaten, darunter Schwingungen des Fahrwerks sowie verschiedene Ein- und Ausstiegssituationen im Innenraum.

Die Testtage dienten zugleich als Demonstrationsveranstaltung. Vertreter:innen aus Medien, Wissenschaft, Industrie und regionalen Netzwerken informierten sich über den aktuellen Stand des Projekts. Das große Interesse unterstreicht die wachsende Aufmerksamkeit für das MONOCAB und das Forschungsvorhaben enableATO. Das Konzept eines automatisierten, bedarfsorientierten Schienenverkehrs auf bestehender Infrastruktur stößt national und international auf zunehmende Resonanz.

Testbetriebsleiter Hanno Meyer zu Theenhausen dankte allen Beteiligten für ihren engagierten Einsatz bei der Vorbereitung und Durchführung der Testtage.

Die erfolgreichen Erprobungen markieren einen wichtigen Entwicklungsschritt für das Forschungsprojekt. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen unmittelbar in die Weiterentwicklung der Automatisierungsfunktionen des MONOCAB ein und bilden die Grundlage für die nächsten Test- und Demonstrationsphasen.