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Nachhaltiger Campus: TH OWL treibt Mülltrennung, Energieeffizienz und Solarprojekte voran

Wie kann eine Hochschule nachhaltiger werden und dabei gleichzeitig den Alltag für Beschäftigte und Studierende verbessern? Die TH OWL setzt genau hier an. Im Fokus stehen neue Mülltrennsysteme, energieeffiziente Technologien und innovative Kooperationen mit dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB NRW).

„Wir wollen nachhaltige Lösungen schaffen, die im Alltag funktionieren und gleichzeitig einen messbaren Beitrag zum Klimaschutz leisten“, sagt Dirk Tappe, Leiter des Dezernats Gebäudemanagement.

Ein sichtbarer Schritt ist die Einführung von Abfalltrennstationen auf den Fluren. In den Gebäuden 14, 16 und 5 sind diese bereits installiert. Ziel ist es, die Mülltrennung zu vereinfachen und gleichzeitig die Reinigungskräfte zu entlasten. Zuvor wurde das Konzept in Gebäude 4 erfolgreich getestet und eingeführt. Aufgrund der positiven Erfahrungen soll das System nun schrittweise auf weitere Gebäude am Campus Lemgo ausgeweitet werden.

Auch im Bereich Energie setzt die Hochschule auf zukunftsweisende Lösungen. Gemeinsam mit dem BLB NRW realisiert die TH OWL Photovoltaikprojekte auf dem Campus. Dabei nimmt die Hochschule eine Vorreiterrolle ein und gehört zu den ersten Einrichtungen, die ein solches Modell gemeinsam mit dem BLB umsetzen. Zwei Anlagen sollen noch in diesem Jahr auf den Gebäuden 14 und 16 in Lemgo installiert werden.

Das Besondere an diesem Modell ist, dass die Hochschule die Anlagen nicht selbst planen, ausschreiben und vorfinanzieren muss. Die Refinanzierung erfolgt über die Miete, die aus den eingesparten Stromkosten gedeckt wird. Die TH OWL nutzt den erzeugten Strom für den Eigenverbrauch. Gerade vor dem Hintergrund des hohen Energiebedarfs ein entscheidender Vorteil. „Wir haben eine hohe Grundlast im Stromverbrauch. Indem wir den Strom selbst nutzen, können wir unsere Energiekosten nachhaltig senken“, erklärt Tappe. Zudem trägt der Bau- und Liegenschaftsbetrieb das Risiko bei möglichen Installationsfehlern.

Ergänzt wird das Engagement durch weitere Maßnahmen zur Energieeinsparung. Die Umstellung auf LED-Beleuchtung ermöglicht Einsparungen von bis zu 80 Prozent im Bereich der Beleuchtung. Gleichzeitig profitieren Beschäftigte und Studierende von verbesserten Arbeits- und Lernbedingungen, da sich die Beleuchtung individuell anpassen lässt.

Ein weiterer Baustein ist der Ausbau des Energiemonitorings. Künftig soll noch genauer erfasst werden, wo und wie viel Energie verbraucht wird. Ziel ist es, große Energieverbraucher zu identifizieren und gezielt Einsparpotenziale zu nutzen.

Auch für Forschung und Lehre ergeben sich neue Möglichkeiten: Am Standort Höxter steht eine modernisierte Photovoltaik-Versuchsanlage zur Verfügung, die neben der Stromerzeugung auch in der Lehre eingesetzt wird. Dort können verschiedene Szenarien rund um Energieerzeugung und Nutzung praktisch erprobt werden.

Die Maßnahmen zahlen direkt auf die Klimaziele der Hochschule ein. Als Teil des Projekts „Klimaneutrale Landesverwaltung“ verfolgt die TH OWL das Ziel, bis 2035 klimaneutral zu werden. „Die aktuellen Umstellungen sind ein wichtiger Schritt auf diesem Weg“, betont Tappe.

Neben Energie- und Infrastrukturprojekten wird auch die Weiterentwicklung der Campusflächen aktiv gestaltet. Gebäude 2 ist nun total zurückgebaut. Ein Teil der frei werdenden Fläche soll künftig als Interims-Parkplatz genutzt werden. Für den verbleibenden Bereich ist ein Projekt mit Studierenden aus Höxter geplant. Gemeinsam sollen Konzepte für eine nachhaltige und attraktive Nutzung entwickelt werden, etwa durch Begrünung oder Sportangebote.

Mit diesen Maßnahmen zeigt die TH OWL, wie nachhaltige Campusentwicklung konkret umgesetzt werden kann. Praxisnah, effizient und im engen Zusammenspiel von Hochschule, öffentlicher Hand und Studierenden.