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Neue Future Food Factory OWL testet Lebensmittelproduktion von morgen

Das neue Kompetenzzentrum für die digitale Transformation der Lebensmitteltechnologie auf dem Innovation Campus Lemgo wurde am 4. Mai 2023 feierlich eröffnet. 170 Besucherinnen und Besucher folgten der Einladung der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe. In der Future Food Factory OWL präsentierten Referenten und Referentinnen aus Politik, Wissenschaft und Industrie ihre Motivation und ihre Ziele hinsichtlich Forschung und Transfer.

Unter dem Motto „where food meets IT“ bietet das neue Gebäude ein einzigartiges Forschungs- und Entwicklungsumfeld für die Lebensmitteltechnologie der Zukunft. „Gemeinsam mit Partnerunternehmen entwickeln, erforschen und demonstrieren wir innovative Produktionsprozesse und individuelle Lösungen für die Lebensmitteltechnologie. Sie bilden die Grundlage zu einer Verbesserung der Qualität, Sicherheit, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit der Lebensmittelproduktion,“ so Prof. Dr. Jan Schneider, Leiter des Institute for Life Science Technologies (ILT.NRW). Dies geschieht losgelöst vom betrieblichen Alltagsgeschäft und bietet so den idealen Nährboden für kreative Denk- und Lösungsansätze.

Die gebündelte Expertise in den Bereichen Industrie 4.0 und Lebensmitteltechnologie wurde in allen Fachvorträgen deutlich. Spannend war vor allem die Nähe zum Alltag der Teilnehmenden, z.B. mit dem Beitrag von Waliuollah Ali von NTT DATA Business Solutions. „Gibt es wirklich kein Bier in der Cloud?“ fragt er mit einem Augenzwinkern. Sein Vortrag zur Qualitätsbestimmung in der Bierproduktion mit künstlicher Intelligenz stößt auf großes Interesse. Dr. Stefan Pecoroni der GEA Westfalia Separator GmbH bringt den Standpunkt der Unternehmen auf den Punkt: „Gemeinsam erarbeiten wir Lösungen für die Zukunft. Um von der Theorie in die praktische Umsetzung zu kommen, braucht es die konkreten Projekte auf dem shopfloor.“

Nach einer Diskussionsrunde eröffnete Professor Dr. Jan Schneider die Ausstellung. Verschiedene Projekte konnten auf der Fabrikfläche besichtigt werden. Führungen durch die Future Food Factory OWL zeigten das Arbeitsumfeld der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Unter anderem waren Demonstratoren folgender Projekte zu sehen:

SMARTPas Pilotanlage:

Anlage zur intelligenten Entkeimung von Getränken

Mit der Pilotanlage SMARTPas sollen Getränke durch exaktes Erhitzen entkeimt und haltbar gemacht werden. Denn bisher werden viele Produkte aus Sicherheitsgründen höher erhitzt als eigentlich nötig. Das senkt die Qualität. In der Anlage findet eine Echtzeitbestimmung wichtiger Prozessgrößen auf Basis von Nahinfrarot-Daten zur Prozesssteuerung und –überwachung statt. Ziel ist ein sich selbst regelndes System, das den Prozess der Pasteurisierung sicherer, wirtschaftlicher und ressourcenschonender macht.

FoodLifeTimeTracking:

Untersuchung und Quantifizierung von qualitätsbestimmenden Parametern und der Haltbarkeit von Lebensmitteln und deren Zutaten

Im Projekt wird die Vorhersage der Stabilität und Haltbarkeit von Getränken untersucht. Ziel ist ein Monitoring-Device, dass eine sensorgestützte Überwachung der Qualitätsparameter während Transport und Lagerung gewährleistet. Dabei werden Daten erhoben, die später in ein Modell zur Haltbarkeitsprognose fließen. Ein weiteres Ziel ist es, ein dynamisches Haltbarkeitsdatum zu entwickeln, um so die Lebensmittelverschwendung zu verringern.

Zur Future Food Factory OWL:

Die Future Food Factory OWL ist ein Forschungszentrum und eine Demonstrationsplattform für die digitale Transformation in der Lebensmitteltechnologie. Das neu errichtete Gebäude der TH OWL wird in allen drei Kernaufgaben der Hochschule Lehre – Forschung – Transfer neue Möglichkeiten des Schaffens bieten. Als Forschungs- und Demonstrationsplattform für die digitale Transformation in der Lebensmitteltechnologie, werden außerdem gemeinsam mit Partner:innen aus der Branche neue Technologien, Produkte und Produktionsprozesse der Lebensmittelbranche erforscht und erprobt. Die Future Food Factory OWL wurde durch Mittel von EFRE, dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung, gefördert. Aktuell laufende Projekte auf dem Themengebiet werden in der Factory weitergeführt und neue Projekte regelmäßig angestoßen.