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Technik, Nachhaltigkeit und Cybersicherheit zusammendenken

Studierende besuchen den Stadtentwässerungsbetrieb Paderborn

Wie arbeiten Informationstechnik, Ingenieurwesen und Umweltschutz zusammen, damit eine Stadt zuverlässig mit sauberem Wasser versorgt wird? Dieser Frage gingen Studierende mehrerer Masterstudiengänge der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe bei einem Besuch des Stadtentwässerungsbetriebs Paderborn nach. An der Exkursion nahmen Studierende aus den Studiengängen Information Technology, Innenarchitektur, Applied Entrepreneurship und Architektur teil.

Während des dreieinhalbstündigen Besuchs erhielten sie Einblicke in den Betrieb einer wichtigen öffentlichen Infrastruktur. Im Mittelpunkt standen die Verbindung von Technologie und Nachhaltigkeit, die Sicherheit digitaler Systeme sowie die Frage, wie unterschiedliche Fachrichtungen zum zuverlässigen Betrieb einer Kläranlage beitragen.

Zu Beginn informierten Fachleute des Stadtentwässerungsbetriebs über sogenannte SCADA-Systeme. Die Abkürzung steht für „Supervisory Control and Data Acquisition“. Solche Systeme dienen dazu, technische und industrielle Prozesse zu überwachen, zu steuern und Betriebsdaten auszuwerten. Die Studierenden erfuhren, wie Informationstechnik und operative Technologie zusammenwirken und welche Rolle digitale Steuerungssysteme im Alltag des Stadtentwässerungsbetriebs spielen.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Cybersicherheit. Behandelt wurden mögliche Angriffe auf digitale Kontrollsysteme, die besonderen Anforderungen an Betreiber kritischer Infrastrukturen und die europäische NIS2-Richtlinie. Sie soll die organisatorischen und technischen Sicherheitsmaßnahmen in Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen stärken. Die Studierenden lernten, warum der Schutz digitaler Systeme für den Betrieb einer Kläranlage ebenso wichtig ist wie die mechanischen und biologischen Verfahren der Abwasserreinigung.

Bei einem anschließenden Rundgang durch die Anlage lernten die Teilnehmenden die einzelnen Stufen der Abwasserbehandlung kennen. Die Beschäftigten zeigten, wie Automatisierung, Sensoren und digitale Überwachung die täglichen Abläufe unterstützen. Dabei wurde deutlich, wie moderne technische Lösungen zu einer effizienten Abwasserreinigung, zum Schutz der Umwelt und zu einer nachhaltigen Stadtentwicklung beitragen.

Die Exkursion verband damit theoretisches Wissen aus dem Studium mit konkreten Anwendungen. Die Studierenden konnten nachvollziehen, wie digitale Steuerungssysteme reale Prozesse kontrollieren, welche Herausforderungen an der Schnittstelle von Informations- und Betriebstechnik entstehen und wie verschiedene Fachdisziplinen gemeinsam Lösungen entwickeln.

Organisiert wurde der Besuch von Mitgliedern des studentischen „Lippe Int Student Club“ gemeinsam mit Shayan Naveed und Kalidasan Nediyamparambath. Die Initiative brachte Studierende unterschiedlicher Studienrichtungen zusammen und bot ihnen Gelegenheit, sich zu vernetzen und ihre fachlichen Perspektiven auszutauschen.

Der Besuch eröffnete zudem Anknüpfungspunkte für Praktika, Forschungsprojekte und eine mögliche Zusammenarbeit zwischen Studierenden, Studiengängen und Praxispartnern. Ein besonderer Dank gilt Alexandra Schaefer für die Unterstützung bei der Organisation. Die Studierenden bedankten sich außerdem beim Team des Stadtentwässerungsbetriebs Paderborn für die Gastfreundschaft und die Bereitschaft, Erfahrungen aus dem Arbeitsalltag mit ihnen zu teilen.