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TH OWL Vibes – Wenn Musik keine Grenzen kennt

An der TH OWL manifestieren sich Sprachen, Kulturen und Diversität nicht nur im Hörsaal, sondern auch in der Musik. Musik kennt keine Grenzen – sie überlebt, wo Worte manchmal versagen. Ein beeindruckendes Beispiel dafür ist die von internationalen Studierenden gegründete Band an der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe (TH OWL). Ihre Klänge sind so vielfältig wie ihre Mitglieder – und sie zeigen: Musik ist mehr als nur ein Sound. Sie ist ein gemeinsamer Herzschlag.

Der Ursprung der Band liegt in einem ganz besonderen Moment: Während einer Party spielte Alejandro Estevez Espitia spontan auf seiner Gitarre, begleitet vom Gesang seines Mitstudenten Remy Numbi Wa Monga. Kurz darauf stieß auch Zhiyao Zhang dazu – die musikalische Verbindung war geboren.

Alejandro, der aus Kolumbien stammt, studiert General Engineering an der TH OWL. Bereits seit seinem achten Lebensjahr spielt er Gitarre – zunächst in der Schule, später auf Konzerten. Mit 13 Jahren war er im Rahmen eines Austauschprogramms erstmals für drei Monate in Deutschland – dieser Aufenthalt ließ ihn den Wunsch nicht mehr los, eines Tages zurückzukehren. „Ich mag Deutschland sehr. Ich fühlte mich hier sicher und frei – Kinder spielen draußen ohne Sorgen oder Barrieren. Das hat mich geprägt“, sagt Alejandro.

Heute strebt er eine Spezialisierung im Bereich Biowissenschaften an. Besonders schätzt er, dass der Studiengang auf Englisch angeboten wird und gleichzeitig die Möglichkeit besteht, Deutsch zu lernen. Der 19-Jährige hatte sich beim DAAD für ein STIBET-1-Stipendium beworben – mit Erfolg. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) vergibt mit dem STIBET-1-Programm gezielt Stipendien an internationale Studierende, um ihr Engagement und ihre Integration im Hochschulalltag zu fördern. Das Stipendium ermöglichte es Alejandro, sein Ziel umzusetzen und die Band mit neuen Instrumenten auszustatten. „Jetzt kann ich unser Musikprojekt an der Hochschule fördern, unsere Proben besser gestalten und auch bei Veranstaltungen auftreten“, erzählt er stolz. 

Auch Remy Numbi Wa Monga studiert General Engineering an der TH OWL in Lemgo und möchte sich später auf Digital Production Engineering spezialisieren. Er kommt aus der Demokratischen Republik Kongo, einem Land reich an natürlichen Ressourcen wie Kupfer, Kobalt und Gold. „Es gibt viele internationale Unternehmen, die diese Ressourcen nutzen. Ich möchte von Deutschlands großem Know-how im Bereich Ingenieurwissenschaften profitieren“, erklärt Remy. Besonders die Region Lippe empfindet er als angenehm und einladend. 

Der 21-Jährige hat bereits vier Jahre lang Elektrotechnik im Kongo studiert und interessiert sich besonders für deutsche Ingenieurskunst und die Vorreiterrolle Deutschlands in Sachen Nachhaltigkeit.

Die Bandmitglieder sind nicht nur musikalisch verbunden, sondern finden durch ihre Aktivitäten auch einen Weg, sich in die Hochschulgemeinschaft zu integrieren. Sie stehen für offenen, interkulturellen Austausch – unabhängig von Herkunft, Sprache oder Studienrichtung. Die Lehrkräfte an der THOWL unterstützen sie dabei in jeder Hinsicht.

Das bestätigt auch Zhiyao Zhang, Masterstudentin im Bereich Information Technology an der TH OWL. Sie stammt aus Shanghai und hat bereits einen Bachelorabschluss in Softwareentwicklung. In der Band spielt sie Schlagzeug – vorher hatte sie in China klassische Flöte gelernt. „Als ich hierherkam, war alles neu für mich. Ich suchte Anschluss, wollte ein aktives Sozialleben. Dann traf ich Remy und Alejandro auf einer Party. Wir tanzten, kamen ins Gespräch – und bald war klar: Wir gründen eine Band!“ erzählt Zhiyao. 

Zhiyao kam über ein Fellowship-Programm nach Deutschland, das ihr von der TH OWL in Kooperation mit dem Partnerunternehmen Phoenix Contact angeboten wurde. Das Unternehmen übernimmt ihre Semestergebühren sowie die Lebenshaltungskosten im Rahmen eines Stipendienpakets. Nach ihrem Abschluss wird Zhiyao einen Dreijahresvertrag bei Phoenix Contact antreten.
„Das ist eine großartige Chance – ich kann meinen Master beenden, Arbeitserfahrung sammeln und unabhängig sein. Vor allem muss ich meine Eltern nicht mehr um Unterstützung bitten. Mein Selbstvertrauen wächst hier spürbar“, sagt die 23-Jährige.

Die Band probt regelmäßig in unserer studentischen Kneipe „Büchse “ in Lemgo, die zur Hochschule gehört.
Zukünftig möchten sie ihre Musik bei Veranstaltungen wie dem Erstsemestertag, dem Tag der offenen Tür und weiteren Hochschul-Events präsentieren. Sie spielen Rock, Pop und moderne Musik – aber vor allem wollen sie zeigen, wie Musik Menschen verbindet – unabhängig davon, woher sie kommen. Ihre Band ist der lebendige Beweis, dass Vielfalt klingt.