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„Transferpreis OWL 2014“ geht an die Hochschule OWL

Beim Bremsen entsteht Energie. In Umfeldern mit elektrischen Antrieben – beispielsweise bei Fahrstühlen oder Paketförderbändern – könnte diese Energie jetzt direkt wieder genutzt werden, ohne Zwischenspeicherung oder Verluste. Dieses neuartige Verfahren wurde vom Labor für Leistungselektronik und elektrische Antriebe der Hochschule OWL und MSF Vathauer Antriebstechnik GmbH & Co. KG entwickelt. Dafür sind die Partner jetzt mit dem „Transferpreis OWL 2014“ ausgezeichnet worden.

Beim Bremsen entsteht Energie. In Umfeldern mit elektrischen Antrieben – beispielsweise bei Fahrstühlen oder Paketförderbändern – könnte diese Energie jetzt direkt wieder genutzt werden, ohne Zwischenspeicherung oder Verluste. Dieses neuartige Verfahren heißt „Energy-Recovery-System“ (Energie-Rückgewinnungs-System) und wurde vom Labor für Leistungselektronik und elektrische Antriebe der Hochschule OWL und MSF Vathauer Antriebstechnik GmbH & Co. KG entwickelt. Dafür sind die Partner jetzt mit dem „Transferpreis OWL 2014“ ausgezeichnet worden.

Der mit 5.000 Euro dotierte Preis prämiert ein beispielhaftes Kooperationsprojekt zwischen Wirtschaft und Wissenschaft.  „Das Systems ist eine echte Innovation“, erklärte Jury-Sprecher Oliver Voßhenrich, Geschäftsführer der POS Tuning GmbH & Co. KG aus Bad Salzuflen. Mit dem Einsatz dieser Technologie würden sehr hohe Wirkungsgrade des elektrischen Antriebs erreicht. Der Haupteinsatzbereich liege im Segment großer, fördertechnischer Verbundanlagen, etwa beim Pakettransport.

Unter der Leitung von Professor Holger Borcherding forscht das Team im Labor für Leistungselektronik und elektrische Antriebe der Hochschule OWL schon seit einigen Jahren an dem Prinzip der Energierückgewinnung. Johann Austermann, Doktorand auf diesem Gebiet, hatte das Projekt beim Transferpreis eingereicht. Gemeinsam mit den wissenschaftlichen Mitarbeitern Simon Cepin, Raffael Otte und Dennis Mörtenhuber haben Borcherding und Austermann das neuartige und intelligente Verfahren realisiert. „Bisher ist es noch nicht in der Anwendung, aber das Patent ist angemeldet und es gibt viele interessierte Firmen aus ganz Deutschland“, so Austermann. Die Erfindung eignet sich auch zur energetischen Sanierung von Alt- und Bestandsanlagen. „Die vorhandene Energie zu nutzen ist umweltschonend, außerdem gibt es intelligente Kommunikationsschnittstellen – das System kann zum Beispiel mit Tablet-PC's oder Smartphones kommunizieren.“

„Die Projekte in der Endausscheidung waren alle beeindruckend“, so Dr. Oliver Herrmann, der auch in der Jury vertreten war. „Als Präsident der Hochschule OWL gratuliere ich natürlich unseren Wissenschaftlern. Der Preis ist für mich aber auch ein Symbol dafür, auf welch hohem Niveau wir mit unseren Partnern in der Wirtschaft zusammenarbeiten.“

Insgesamt 32 Bewerbungen gingen laut Veranstalter zum diesjährigen Transferpreis ein, vier davon kamen in die Endausscheidung und konnten sich präsentieren. Preiswürdige Vorhaben generell seien zum Beispiel gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsprojekte, eine Auftragsforschung beziehungsweise -studie oder ein intensiver Personalaustausch, so die Organisatoren. Mögliche Anhaltspunkte bei der Auswahl seien die wirtschaftliche Relevanz und der Innovationsgrad des Projektes. Der Preis wurde zum sechsten Mal ausgeschrieben von den Industrie- und Handelskammern Ostwestfalen zu Bielefeld sowie Lippe zu Detmold (IHK), der Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld, der Initiative für Beschäftigung OWL und der Stiftung Standortsicherung Lippe ausgelobt. „Er hat drei Ziele: Er will die Verzahnung von Wirtschaft und Wissenschaft in OWL vorantreiben, Existenzgründungen aus der Hochschule fördern und Nachwuchskräfte an die Region binden“, betonte Voßhenrich. „Die Sieger-Kooperation hat diese Anforderungen am besten erfüllt.“