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„Unsere Rolle im regionalen Wissenstransfer wird sich deutlich verändern“

Mit einem innovativen Transferansatz hat ein Projektteam der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe beim Wettbewerb der Bund-Länder-Initiative „Innovative Hochschule“ gepunktet. Der Antrag TRInnovationOWL, der aus der Natur entlehnte zyklische Prozessabläufe in den Wissenschaftsbetrieb integriert, ist in der zweiten Runde des Innovations-Wettbewerbs neben 16 weiteren Einzel- und 13 Verbundvorhaben zur Förderung ausgewählt worden. Das Projekt startet in 2023 und wird fünf Jahre lang mit maximal zwei Millionen Euro jährlich gefördert.

Feierlaune bei der TH OWL. Die unter dem Eindruck der Corona-Folgen entstandene Transferstrategie des Projektteams um Vizepräsident Stefan Witte und Lisa Mellies vom Forschungs- und Transferzentrum hat das unabhängige Auswahlgremium der Förderinitiative „Innovative Hochschule“ überzeugt. „Wir haben uns bei der Suche nach neuen Innovations- und Transferzyklen noch einmal die Naturkreisläufe angeschaut, um mehr Nachhaltigkeit in strategische Prozesse zu bekommen“, erklärt Projektleiterin Lisa Mellies den Ansatz. Des Öfteren sei es so, dass „Ideen-Samen“ eben nicht auf fruchtbaren Boden fielen und sich weiterentwickeln. „Mal fehlen die Räume, mal die Ressourcen, mal das Geld. Das sei bei allen Hochschulen das gleiche Thema“, weiß Mellies. Mit dem nun geförderten Ansatz werde sich das Wissenschaftsmanagement an der Hochschule noch einmal deutlich verändern.

Das Team der TH OWL hat einen Innovations-Dreiklang erarbeitet, der aus den Bereichen „Ideen generieren“, „Ideen umsetzen“ und „Innovationen bewirken“ besteht. Dabei geht es grundsätzlich darum, das regionale Innovationssystem insgesamt zu stärken. Dabei konzentriert sich die TH OWL auf die vier strategischen Forschungsbereiche „Produktion und Automation“, „Raum und Kultur“, „Gesundheit und Leben“ sowie „Umwelt und Ressource“.

„Insgesamt geht es darum, die in der Forschung entstandenen Ideen stärker in den gesellschaftlichen Diskurs zu bringen. So sollen etwa zeitlich befristet an unterschiedlichen Orten „Transferräume“ angemietet werden, in denen man mit der Öffentlichkeit ins Gespräch kommt. „Wir wollen hier einen neuen Diskurs und keine Einbahnstraße“, so Mellies. Die Menschen könnten hier Wissenschaft mit beeinflussen.

In der Ideenphase stärker mit anderen Akteuren der Wirtschaft und der Gesellschaft in den Dialog zu treten ist auch das Anliegen von TH OWL-Präsident Professor Dr. Jürgen Krahl. „Ich freue mich sehr über die Anerkennung unserer Leistung, erst durch das aktuelle CHE-Ranking und jetzt durch die Innovations-Förderung. Beides zeigt, dass unsere Hochschule eine feste Rolle im regionalen Innovationssystem spielt und diese jetzt auch noch ausbauen kann.“

Der zweistufige Wettbewerb der Förderinitiative „Innovative Hochschule“ ist mit 285 Millionen Euro Gesamtbudget einer der bedeutendsten und größten Innovationswettbewerbe in der Hochschullandschaft. Von 165 Hochschulen, die sich mit Förderanträgen an dem Wettbewerb beteiligt haben, sind insgesamt 16 Einzel- und 13 Verbundvorhaben ausgewählt worden.