Zum Inhalt springen

Verkehrsministerin Ina Brandes besucht MONOCAB-Testhalle

Versuchsfahrten sollen im Herbst auf stillgelegtem Teilstück der Extertalbahn in Bösingfeld beginnen. NRW-Verkehrsministerin Ina Brandes hat sich persönlich nach dem Stand der drei Verkehrsprojekte in Ostwestfalen-Lippe erkundigt, die im Rahmen der Regionale 2022 entwickelt worden sind. Dazu gehören auch die MONOCABs, an deren Entwicklung im BegaPark in Dörentrup-Humfeld gearbeitet wird. Das Einschienen-Fahrzeug ist eine Gemeinschaftsentwicklung der der TH OWL, der FH Bielefeld, dem Fraunhofer-Institut für Optronik, der Systemtechnik und Bildauswertung IOSB in Lemgo und dem Verein Landeseisenbahn Lippe. Im Herbst sollen die ersten Testfahrten unternommen werden.

Großer Bahnhof im BegaPark. In der Halle an der Industriestraße 13b in Humfeld testen Forschende das Verhalten des Doppelkreiselsystems, der Gegengewichtmechanik und das Zusammenspiel der modernen Steuerungskomponenten für die MONOCABs. Das Vorzeige-Projekt im Rahmen der REGIONALE2022 wird auch vom Land NRW gefördert, Grund genug für Verkehrsministerin Ina Brandes, sich selbst ein Bild vom Entwicklungsstand zu machen. „Das MONOCAB“ gehört immer dazu, wenn es im Ministerium um innovative Projekte geht. Deshalb ist es wichtig, dass ich mir jetzt einmal selbst ein Bild davon mache“, sagte Ministerin Brandes während ihres gestrigen Besuches in Humfeld. In Ostwestfalen-Lippe werde viel zusammengearbeitet und gemeinsam überlegt. Das MONOCAB sei ein solches erfolgreiches Beispiel im Sinne des modernen Nahverkehrs im ländlichen Raum. „Ich selber komme aus Holzminden, kenne also den ländlichen Raum. Solche Innovationen wie hier sind entscheidend, um den ÖPNV attraktiv und bezahlbar zu halten“, so Brandes.

Zuvor hatte der Landrat des Kreises Lippe, Dr. Axel Lehmann, erläutert, dass das MONOCAB ein wichtiger Bestandteil der Mobilitätsstrategie des Kreises sei. „Wir möchten Mobilität so ausrichten, dass sie für die Menschen bequem und bezahlbar, gleichzeitig aber auch nachhaltig ist“, so Lehmann. Das MONOCAB sei die spannende Mobilitätslösung für den ländlichen Raum, die auch dem Ruf Lippes als innovativer Region gerecht werde.

Für die REGIONALE2022 sei entscheidend, dass die Mobilitätsstrategie Ostwestfalen-Lippes die Verbindungen im ländlichen Raum in den Vordergrund stelle, sagte die Leiterin der REGIONALE2022 Annette Nothnagel. Die eingereichten Projekte – hierzu zählen auch das Linien-E-Sharing und die Mobilstation Borgholzhausen sowie das Radnetz OWL – vereinten Aspekte der technologischen Weiterentwicklung mit den Ansätzen neuer Geschäftsmodelle. Beim MONOCAB-Projekt könnte vorhandene Infrastruktur neu genutzt werden, indem vorhandene Bahnstrecken reaktiviert werden. Vom Individual- bis hin zum Pendler- und Werksverkehr seien hier zahlreiche Anwendungen denkbar.

Der Geschäftsführer der Kommunalen Verkehrsgesellschaft Lippe mbH, Achim Oberwöhrmeier, machte darauf aufmerksam, dass sich erfolgreiche Konzepte für den ÖPNV in Ballungsräumen und im ländlichen Raum deutlich voneinander unterschieden. „Anfangs sind wir für unseren Ansatz eines On-Demand-Systems belächelt worden. Heute werden wir immer häufiger nach unserer Umsetzung gefragt.“ Oberwöhrmeier regte an, ein Landeskompetenzzentrum „Mobilität“ einzurichten, um die unterschiedlichen Planungserfahrungen zusammenzuführen.

Projektleiter Professor Dr. Ing. Thomas Schulte vom Institut für Energieforschung der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe erläuterte, dass das eine MONOCAB für bis zu sechs Personen ausgelegt sei. Das fünf Meter lange und etwa 1,2 Meter breite Fahrzeug ist für den Begegnungsverkehr auf einem Schienengleis ausgerichtet und wird durch ein Doppelkreiselsystem stabil gehalten. Für die Designer sei die Fahrzeugform eine Herausforderung gewesen, die schließlich zur Idee einer Doppelkabine geführt habe. Das Material der Kabine bestehe aus nachhaltigem Naturfaserverstärkter Kunststoff, kurz NFK. Derzeit würden die einzelnen Komponenten des Systems durch Standversuche getestet, ab Herbst seien die ersten Testfahrten auf der Extertalbahn von Bösingfeld in Richtung Rinteln geplant.

 

Hinweis zur Förderung:
Die Projektförderung erfolgt im Rahmen der Umsetzung des operationellen Programms des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) in Nordrhein-Westfalen für den Zeitraum 2014-2020 mit einer Kofinanzierung durch das Ministerium für Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen.