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Welttoilettentag 2025: wasser^plus OWL sensibilisiert für nachhaltige Sanitärlösungen

Anlässlich des Welttoilettentags am 19. November, der jährlich auf die globale Sanitärkrise aufmerksam macht, hat das Projekt wasser^plus OWL der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe gemeinsam mit der VHS Detmold-Lemgo zu einem besonderen Film- und Diskussionsabend eingeladen. Ziel war es, auf kreative Lösungen für die Verarbeitung menschlicher Exkremente aufmerksam zu machen und das Bewusstsein für eine nachhaltige Nutzung von Nährstoffen und Wasser zu stärken.

„Holy Shit“ – Ein Film über innovative Sanitärsysteme

Im Rahmen der Veranstaltung wurde der vielfach beachtete Dokumentarfilm „Holy Shit“ (www.holyshit-derfilm.de) von Regisseur Rubén Abruna gezeigt. Der Film begleitet Abruna auf einer weltweiten Reise, auf der er konventionelle Ansichten von Exkrementen als Abfall hinterfragt und deren Potenzial als wertvolle Ressource für Wasser- und Nährstoffkreisläufe aufzeigt.

Im Anschluss an die Filmvorführung präsentierte Stefanie Gebhardt, Vertreterin des deutschen Start-ups Finizio, das ebenfalls im Film porträtiert wird, innovative Ansätze zur Trockentrenntechnologie und zur hygienischen Rückgewinnung von Nährstoffen. Parallel dazu diskutierten Prof. Dr.-Ing. Jörg Felmeden (Verbundleiter wasser^plus OWL und Fachgebietsleiter Siedlungswasserwirtschaft, TH OWL), Prof. Dr.-Ing. Martin Oldenburg (Fachgebiet Biologische Abwasserreinigung und Abwasserverwertung, TH OWL, sowie Verbundmitglied wasser^plus OWL) und Dr. Christoph Harrach (Nachhaltigkeitsmanagement, TH OWL) mit den Teilnehmenden über eine „Solidarische Nährstoffwirtschaft“ und mögliche Umsetzungsschritte auf dem Campus Detmold.

Dabei wurden erste Ergebnisse eines kürzlich durchgeführten Workshops weitergedacht und konkretisiert. Zudem ging es um die aktuelle Gesetzeslage in Deutschland, die eine landwirtschaftliche Nutzung solcher Nährstoffkomposte derzeit noch einschränkt, sowie um internationale Beispiele  und Forschungsansätze.

Nachhaltige Sanitärlösungen in der Region

Im Rahmen des Diskussionsabends wurde angeregt, zwei Trockentrenntoiletten im Detmolder Stadtraum zu testen, um die Technologie weiter voranzutreiben und gleichzeitig nachhaltige Kreislaufwirtschaft in der Region praktisch zu demonstrieren. Zudem ist geplant, im Teutoburger Wald und im Eggegebirge Trekkingplätze für Wander- und Radtourist:innen auszustatten, auf denen Trockentrenntoiletten geplant sind.

Praktische Einblicke: Trockentrenntoilette auf dem Campus

Aus Anlass des Welttoilettentags stand auch auf dem Campus Detmold im November eine Trockentrenntoilette von Finizio, die von Studierenden, Mitarbeitenden und Besucher:innen sowohl genutzt als auch zu Lehrzwecken besichtigt werden konnte. Damit wurde gezeigt wie nachhaltige Sanitärtechnik funktioniert.

Plakataktion sensibilisiert für Trockentrenntoiletten

Begleitend zur Veranstaltung führte wasser^plus OWL außerdem eine groß angelegte Plakataktion an den Innentüren der Toilettenkabinen an den Standorten der TH OWL sowie bei zahlreichen Netzwerkpartner:innen durch. Die Plakate informierten über Fakten zu Trockentrenntoiletten, etwa dass bereits die Umstellung von einer Million Toiletten auf Trockentrenntechnologie jährlich über 10 Milliarden Liter Trinkwasser einsparen könnte, oder dass 50–80 % der Nährstoffe im Abwasser aus Urin stammen – obwohl Urin nur 1 % des Abwasservolumens ausmacht. In Schweden wird Urin als Dünger sogar „Guldet från kroppen“ – das Gold des Körpers – bezeichnet.

Hintergrund Welttoilettentag

Der Welttoilettentag wurde 2001 von der Welttoilettenorganisation eingerichtet und ist ein offizieller Gedenktag der Vereinten Nationen. Er soll auf die globale Sanitärkrise aufmerksam machen, in der immer noch 3,5 Milliarden Menschen weltweit ohne sichere sanitäre Anlagen leben, und zu kleinen und großen Aktionen motivieren, um diese Krise zu bewältigen.

Zum Aktionsplakat