Wissen wo’s herkommt – Herkunftsangaben bei der Lebensmittelkennzeichnung

Regionale Lebensmittel sind im Trend – deshalb wird die Angabe der Herkunft eines Produktes immer wichtiger. Das ist jedoch nicht so einfach, wie es klingt: Manche geographischen Bezeichnungen sind im Zusammenhang mit bestimmten Lebensmitteln geschützt, um traditionelle Produkte vor Nachahmung zu schützen, zum Beispiel Südtiroler Speck aus Italien oder Edamer aus den Niederlanden. Die Herkunftsangaben bei der Lebensmittelkennzeichnung waren das Thema der 15. Lemgoer Lebensmittelrechtstagung Fleisch + Feinkost. Anlässlich der Tagung wurde auch der Internationale LAFF-Award an die Studentin Helene Winter verliehen.

Viele Verbraucher wollen wissen woher die Produkte kommen, die sie im Laden einkaufen, zum Beispiel um lange Transportwege zu vermeiden. Die meisten Angaben auf Produkten lassen deren Ursprung allerdings nicht eindeutig erkennen und werden damit als nicht ausreichend verbraucherfreundlich wahrgenommen. Eine Herkunftsangabe ist laut dem Bundeszentrum für Ernährung immer dann erforderlich, wenn Verbraucher ohne diesen Hinweis einen falschen Eindruck von der Herkunft oder dem Ursprung des Lebensmittels bekämen, zum Beispiel, wenn ein Produkt mit dem Namen „Südtiroler Kartoffelsack“ Kartoffeln aus Frankreich enthalten würde. Ebenso verhält es sich bei Produkten, deren Hauptzutat eine andere Herkunft hat, als die Produktaufmachung vermuten lässt. Die Kennzeichnung der Herkunft von Lebensmitteln stand im Mittelpunkt der 15. Lemgoer Lebensmittelrechtstagung Fleisch + Feinkost, die am 1. April 2019 in der Phoenix Contact-Arena in Lemgo stattfand.

Über 200 Expertinnen und Experten haben teilgenommen. Ausgerichtet haben die Veranstaltung der Lemgoer Arbeitskreis Fleisch + Feinkost und das Institut für Lebensmitteltechnologie.NRW (ILT.NRW) der Technischen Hochschule OWL. In Vorträgen stellten die Referentinnen und Referenten die Erwartungen verschiedener Akteure der Lebensmittelwirtschaft an die Herkunftsangaben dar. Dabei kamen die unterschiedlichen Blickwinkel der Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Rechtsberatung zum Tragen. Eine an die Vorträge anschließende Podiumsdiskussion mit Sachkennerinnen und -kennern des Fleisch- und Feinkostbereiches griff aktuelle Fragen aus dem Lebensmittelrecht auf.

Internationaler LAFF-Award

Zum neunten Mal wurde im Rahmen der Tagung der Internationale LAFF-Award verliehen. Er ging in diesem Jahr an Helene Winter, Bachelorstudentin der Lebensmitteltechnologie mit dem Schwerpunkt Fleischtechnologie im Abschlusssemester. Sie absolvierte bereits mehrere Praktika, zum Beispiel im Bereich der Automatisierungstechnik am Deutschen Institut für Lebensmitteltechnik e.V. (DIL) in Quakenbrück oder bei Unternehmen der Lebensmittelproduktion wie der Fa. Kemper in Cloppenburg und der Fa. Wernsing in Essen/Oldenburg. „In ihrem Studium zeichnet sich Helene Winter durch überdurchschnittliche Studienleistungen und ihr besonderes Engagement als Tutorin aus.  aus. Nach Ihrem Bachelor Abschluss wird sie das Masterstudium in Lemgo fortsetzen, wo zu ich sie beglückwünsche“, hob Professor Rainer Barnekow in seiner Laudatio hervor.

Mit der Auszeichnung des LAFF-Awards, der seit 2011 verliehen wird, ist die Teilnahme an einem einwöchigen Seminar im Ausland verbunden: Helene Winter wird an der US-amerikanischen Iowa State University an einer Veranstaltung zur Fleischtechnologie sowie an einer einwöchigen Fachexkursion durch nordamerikanische fleischverarbeitende Betriebe teilnehmen. Dabei werden internationale Kenntnisse und Erfahrungen der Fleischbranche vermittelt. Die Preisträgerinnen und Preisträger haben dadurch die Möglichkeit, mittelfristig in Führungspositionen der Lebensmittelwirtschaft hineinzuwachsen und können zudem erste Kontakte für eine fruchtbare internationale Zusammenarbeit knüpfen.

Weitere Informationen zum Lemgoer Arbeitskreis Fleisch + Feinkost: www.laff-ev.de