Düsseldorf/Höxter – Studierende des Studiengangs Landschaftsarchitektur der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe (TH OWL) präsentierten im Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen (MUNV NRW) die Ergebnisse eines Studienprojekts zum Schutz der biologischen Vielfalt. Angesichts der anhaltenden Debatte um einen zweiten Nationalpark richteten die Studierenden ihr Augenmerk darauf, welche Potenziale alternative und ergänzende Ansätze für großflächige Naturentwicklungsräume in Nordrhein-Westfalen bieten.
Im Rahmen ihres Vertiefungsprojekts am Fachgebiet Landschaftsplanung, Landschaftsökologie und Naturschutz setzten sich die Studierenden dabei mit dem Instrument der UNESCO-Biosphärenregionen auseinander – einem Schutzgebietstyp, der in NRW bislang noch nicht existiert. Biosphärenregionen verbinden den Schutz ökologisch wertvoller Lebensräume mit nachhaltiger Regionalentwicklung und gelten als Modelllandschaften für eine zukunftsorientierte Landnutzung.
Auf Grundlage eigens entwickelter Kriterien – unter anderem zur Vielfalt naturnaher Lebensräume, landschaftlichen Eigenart, Unzerschnittenheit und angepasster Landnutzung – führten die Studierenden eine landesweite Raumanalyse durch. Daraus wurden besonders geeignete Regionen ausgewählt, für die daraufhin differenzierte Entwicklungsszenarien entworfen wurden. Zwei Gruppen konzentrierten sich auf klassische Konzepte in ländlich geprägten Kulturlandschaften, während zwei weitere innovative Ansätze im urbanen Raum verfolgten, etwa für stadtrandnahe Modellregionen oder für eine Biosphärenregion innerhalb eines besiedelten Verdichtungsraums. Hierbei wurden neben naturschutzfachlichen Aspekten auch sozioökonomische Gesichtspunkte berücksichtigt.
Die Ergebnisse wurden nun in der Fachabteilung III – Naturschutz – mit Mitarbeitenden des Ministeriums engagiert diskutiert. Besonders gelobt wurden die fundierte Raumanalyse und das strukturierte Vorgehen der Studierenden. Sie lieferten neue Denkanstöße für die Auswahl wertvoller Naturentwicklungsräume. Im Gespräch zeigte sich jedoch auch, wie komplex politische Umsetzungen sind, insbesondere dort, wo vielversprechende Konzepte auf die unterschiedlichen Haltungen verschiedener Interessensgruppen treffen. Für die Studierenden war der Austausch ein wichtiger Lernmoment, da ihnen bewusst wurde, dass im Naturschutz neben fachlichem Wissen besonders kommunikative Kompetenz und Dialogfähigkeit gefragt sind.
Prof. Dr. Werner Rolf bedankte sich im Namen der Projektgruppe für die Möglichkeit, die Ergebnisse im Ministerium zu präsentieren: „Ich danke dem Ministerium für die Gelegenheit zum Dialog. Dieser Austausch ist eine wertvolle Erfahrung für Studierende der Landschaftsarchitektur und ein wichtiger Baustein für die Ausbildung zukünftiger Fachkräfte im Bereich Landschafts- und Naturschutzplanung.“

