Forschungsprojekt zu Montageassistenzsystemen erfolgreich abgeschlossen

Während der Einsatz von Assistenzsystemen in Fahrzeugen Stand der Technik ist (z. B. beim Halten der Spur) und an einer Automatisierung der Fahraufgabe bis hin zum autonomen Fahren geforscht wird, arbeiten Beschäftigte in der variantenreichen Montage zu einem größeren Teil noch mit papierbasierten Montageanleitungen. Im Rahmen des nun abgeschlossenen Forschungsprojektes Montexas4.0 wurden innovative Montageassistenzsystemlösungen entwickelt und erforscht, um die Beschäftigten bei der Durchführung komplexer Montageaufgaben bedarfsgerecht mit den richtigen Informationen zur richtigen Zeit zu unterstützen.

„Das Projekt Montexas4.0 ist vor dem Hintergrund der sich verändernden Montagearbeit zu sehen“, erklärt Prof. Sven Hinrichsen, Leiter des vom BMBF und ESF geförderten Verbundprojektes Montexas4.0. Während Montage bislang vornehmlich als energetische Arbeit begriffen wurde, werde die Montagesystemgestaltung künftig verstärkt ein Handlungsfeld der kognitiven Ergonomie, da vor dem Hintergrund einer steigenden Komplexität der Montage – hervorgerufen durch eine hohe Variantenvielfalt – immer mehr Informationen von den Beschäftigten verarbeitet werden müssten. Im Zentrum dieses Paradigmenwechsels stünden dabei innovative Assistenzsystemlösungen, so Hinrichsen.

„Uns ist es in dem Projekt gelungen, Theorie und Praxis eng miteinander zu verzahnen“, erläutert Sven Bendzioch, Projektkoordinator und wissenschaftlicher Mitarbeiter der TH OWL. So konnten in Kooperation mit dem Institut für Psychologie der Universität Greifswald (Prof. Dr. Manfred Bornewasser) zum einen neue Erkenntnisse zu den humanorientierten und wirtschaftlichen Potenzialen von Assistenzsystemen aus umfangreichen Laborstudien gewonnen werden. Zum anderen seien von der TH OWL innovative Assistenzsystemlösungen gemeinsam mit den betrieblichen Kooperationspartnern, Homag Kantentechnik und Spier Fahrzeugwerk, entwickelt und erprobt worden. „Unsere Erwartungen an das Projekt wurden mehr als erfüllt.“, resümiert Ernst Voß, Werkleiter bei Homag Kantentechnik. So werde Homag das Thema der Montageassistenzsysteme auch nach Projektende intensiv weiterverfolgen. Auch Andreas Wilke, Produktionsleiter bei Spier, ist von den Potenzialen der entwickelten Lösungen überzeugt und möchte diese auf andere Bereiche im Betrieb übertragen. Eindrücke zu den entwickelten Lösungen bei Homag und Spier sind in zwei Videos festgehalten, die im Rahmen der Beyondwork2020-Konferenz des BMBF am 22.10. gezeigt wurden (https://www.th-owl.de/montexas40/).

Die Ergebnisse des Projektes wurden in rund 30 Buch-, Konferenzbeiträgen und Zeitschriftenartikeln veröffentlicht. Darüber hinaus ist mit dem Abschluss des Projektes ein Buch mit dem Titel "Informatorische Assistenzsysteme in der variantenreichen Montage " im Springer-Verlag erschienen. Das aus zehn Kapiteln bestehende Buch beleuchtet Theorie und Praxis informatorischer Assistenzsysteme (siehe Bild).

Das Forschungsprojekt Montexas4.0 wurde im Rahmen des Programms „Zukunft der Arbeit" (Förderkennzeichen 02L15A260) vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert und vom Projektträger Karlsruhe (PTKA) betreut. Am Projekt beteiligt waren als Konsortialführer die Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe mit dem Labor für Industrial Engineering und dem Institut für industrielle Informationstechnik, die Universität Greifswald und die Unternehmen Homag Kantentechnik und Spier Fahrzeugwerk.

Weitere Informationen: https://www.th-owl.de/montexas40/