Umweltgerechtigkeit in Städten

Michelle Kubitzki forscht als Praxis-Promovendin seit Januar 2026 zu ungerechten Landschaften in Wuppertal. Was genau verbirgt sich inhaltlich dahinter? „Ich untersuche, wie Ungerechtigkeiten innerhalb der Kommunalverwaltung verhandelt werden“, erläutert Michelle. „Inwiefern sind sie für die Planung von Freiräumen messbar und wie lassen sie sich in der außergewöhnlichen Tallage Wuppertals zukunftsfähig umgestalten?“ Sie möchte durch ihre Tätigkeit einen Beitrag zum Gemeinwohl der Stadt Wuppertal leisten. Themen und Akteur:innen sichtbar machen, die im Verwaltungsalltag in den Hintergrund geraten.
Dabei war eine Promotion nicht von Beginn als Qualifizierungsoption gesetzt: „Im Laufe meines Studiums wuchs dann aber mein Interesse, kritisch zu forschen, die Grenzen des wissenschaftlichen Arbeitens auszuloten und Forschung mit Praxis zu verbinden. Die besondere Tandemstellenkonstruktion bietet mir dafür ideale Rahmenbedingungen, um genau diesen Brückenschlag zu realisieren. Sie eröffnet Zugänge, die anders kaum möglich wären.“
Wissenschaftlich fundierte Lösungen für die Freiraumplanung
Der praktische Teil ihrer Tandemstelle ist im Geschäftsbereich „Klima- und Umweltschutz, Nachhaltigkeit, Grünflächen und Recht“ der Stadt Wuppertal angesiedelt. Dort erhält Michelle Einblicke in die Entwicklung des Freiraumkonzepts sowie in Kooperationstätigkeiten im Zuge des Projekts Urban SusHealth: „Über meine Ansprechpartner:innen bin ich gut mit verwaltungsinternen und externen Akteur:innen in Wuppertal vernetzt. So habe ich niedrigschwelligen Zugang zu Wissen, Daten und Netzwerken.“
Dr. Katrin Linthorst, Geschäftsbereichsleiterin des Geschäftsbereichs 3 „Gesundheit, Klima- und Umweltschutz, Nachhaltigkeit, Grünflächen und Recht“ der Stadt Wuppertal, ist Michelles Ansprechpartnerin in der Praxis. Sie ergänzt: „Dass Fragen sozialer und ökologischer Gerechtigkeit auch in der Freiraumplanung immer drängender werden, erleben wir in der kommunalen Praxis täglich. Umso mehr freuen wir uns über die Kooperation mit der TH OWL und über Michelle Kubitzki, die diese Themen wissenschaftlich reflektiert und in unsere alltägliche Arbeit einbringt. Ihr Blick auf die Zusammenhänge zwischen Landschaft, Gesundheit und Ungerechtigkeit hilft uns, Freiraumthemen ressortübergreifend zu reflektieren. Von der engen Zusammenarbeit versprechen wir uns nicht nur neue Impulse, sondern auch einen offenen Dialog darüber, wie wir gemeinsam eine gerechtere Verteilung von Freiräumen gestalten können. Das gemeinsame Lernen steht dabei für uns im Mittelpunkt.“
Im wissenschaftlichen Teil ihrer Stelle an der TH OWL kann Michelle Erkenntnisse reflektieren und in einen wissenschaftlichen Kontext einordnen. Der Austausch mit Studierenden, anderen Promovierenden und ihren Betreuern eröffnet neue bereichernde Sichtweisen auf die praktische Arbeit. Fachgebiete von Professor Dr. Hans-Peter Rohler sind u. a. die kommunale und regionale Freiraumplanung, das Grünflächenmanagement sowie wohnungsbezogene Freiräume. Er sagt:
„Das Thema der gerechten Verteilung von Freiräumen und deren Wohlfahrtswirkungen treibt mich schon lange um. Planerisch bekommen wir das mittlerweile auf unterschiedlichen räumlichen Ebenen auch ganz gut in den Griff. Ausgereifte digitale Analyseinstrumente helfen uns dabei, die Freiraumversorgung zu analysieren und zu modellieren. Die Umsetzung lässt demgegenüber aus unterschiedlichen Gründen oft zu wünschen übrig. Mit der Möglichkeit der Praxis-Promotion von Michelle Kubitzki besteht die einmalige Chance hier genauer auf bestehende Hemmnisse zu schauen und Lösungsansätze zu entwickeln. Mit der Stadt Wuppertal haben wir eine Partnerin für dieses Anliegen gefunden und können gemeinsam lernen, wie entsprechende Konzepte erfolgreicher platziert werden können und welche Maßnahmen am effektivsten bestehende Defizite bearbeiten.“
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Michelle Kubitzki
michelle.kubitzki(at)th-owl.de
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Miriam Magadi
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