Forschungsdatenmanagement

Was ist Forschungsdatenmanagement?

Im Rahmen der Forschung werden mit wissenschaftlichen Methoden vielfältige Daten erzeugt oder verarbeitet. Im Mittelpunkt des Forschungsdatenmanagements steht der strukturierte, nachhaltige Umgang mit diesen Forschungsdaten. Das Forschungsdatenmanagement bezieht sich dabei auf alle Maßnahmen im Umgang mit digitalen Forschungsdaten. Dazu zählen insbesondere die Datenaufbereitung, Dokumentation und Datenorganisation, die Speicherung im Forschungsprozess und darüber hinaus sowie die Veröffentlichung und (Langzeit-)Archivierung. 

Welchen Nutzen hat Forschungsdatenmanagement?

Forschungsdatenmanagement gewährleistet die Organisation der digitalen Forschungsdaten, ihre (Nach-)Nutzbarkeit und die Archivierung. Der geplante und strukturierte Umgang mit Forschungsdaten bietet verschiedene Vorteile:

  • Die Regeln guter wissenschaftlicher Praxis werden eingehalten, Transparenz und Validität der Daten gewährleistet.
  • Die Vorgaben von Mittelgebern werden erfüllt: Immer mehr Forschungsförderer verlangen verbindliche Aussagen zum Umgang mit den im Rahmen des Forschungsprojekts entstehenden Forschungsdaten. Dafür wird zunehmend die Erstellung von Datenmanagementplänen gefordert.
  • Datenverlust wird verhindert.
  • Redundante Datenerhebungen können vermieden werden.
  • Der wissenschaftliche Austausch wird gefördert und die Sichtbarkeit durch die Publikation von Forschungsdaten gesteigert.

Policy

Allgemein

Forschungsdaten-Policies sind Richtlinien, die für eine Institution oder ein Fachgebiet festlegen, welche Verfahren beim Forschungsdatenmanagement eingesetzt werden sollen. Sie bieten damit eine wichtige Orientierungshilfe im Umgang mit Forschungsdaten.
Forschungsdaten-Policies gibt auch es in den Förderprogrammen der DFG und der EU. Von grundlegender Bedeutung für nachhaltig nutzbare Forschungsdaten sind die "FAIR Principles" aus dem Horizon 2020-Report.

Hochschul-Policy

Die Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe bekennt sich zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Forschungsdaten. Aktuell werden Grundsätze im Umgang mit Forschungsdaten diskutiert und nach ihrer Verabschiedung zeitnah in einer Richtlinie (Policy) veröffentlicht werden.

Entwurf (Stand 09/2021)

Policy für Forschungsdatenmanagement (FDM) an der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe

PRÄAMBEL

Die Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe erkennt die grundlegende Bedeutung von Forschungsdaten und ihrer Dokumentation an, um qualitativ hochwertige Forschung und wissenschaftliche Integrität zu erhalten, und ist bestrebt, im Umgang mit Forschungsdaten und bei deren Management die modernsten Standards umzusetzen. Die Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe erkennt weiterhin an, dass korrekte und leicht auffindbare Forschungsdaten wesentliche Grundlage eines jeden Forschungsprojektes sind. Sie sind notwendig für die Nachvollziehbarkeit und Reproduzierbarkeit von Forschungsprozessen und deren Ergebnissen.
Forschungsdaten haben einen langfristigen Nutzen für Forschung und Wissenschaft und das Potenzial für eine umfassende Nachnutzung und Verbreitung in der Gesellschaft. FDM-Policies unterstützen Forschende und den wissenschaftlichen Nachwuchs im Umgang mit Forschungsdaten und tragen zu einem zukunftsfähigen Forschungsumfeld bei. Mit dem Ziel, Wissen zu schaffen und eine möglichst breite und langfristige Nutzung in Forschung, Anwendung und Öffentlichkeit zu fördern, verabschiedet die Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe folgende Grundsätze zum Forschungsdatenmanagement.

1. DEFINITIONEN

Forschende: Forschende sind alle in der Forschung aktiven Mitglieder der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe, einschließlich Mitarbeitenden und Promovierenden. Ebenso eingeschlossen sind Personen, die nicht unmittelbar der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe angehören, die Einrichtungen aber für ihr Forschungsvorhaben nutzen. Von Gastforschenden und KollaborationspartnerInnen wird ebenfalls erwartet, dass sie dieser Policy folgen.

Forschungsdaten: Unter Forschungsdaten werden alle (digitalen) Daten zusammengefasst, die Gegenstand, Arbeitsschritte oder Ergebnis von Forschungsprozessen sind. Typische Beispiele von Forschungsdaten sind Messdaten, Laborwerte, audiovisuelle Informationen, Texte, Umfrageergebnisse, Objekte aus Sammlungen, methodische Testverfahren oder Simulationen, Quellcode, Protokolle. Die Bandbreite der Datentypen spiegelt die Vielfalt und methodische Entwicklung der wissenschaftlichen Fachdisziplinen und Forschungsverfahren wider. Forschungsdaten können während der Laufzeit von Forschungsprojekten verschiedene Formen annehmen (unterschiedliche Varianten der Primärdaten, aufbereitete Daten inklusive negativer und uneindeutiger Ergebnisse, gemeinsam genutzte Daten, veröffentlichte Daten) und mit unterschiedlichen Zugangsberechtigung versehen werden, z. B. als offene, zugriffsbeschränkte und nichtöffentliche Daten.

Forschungsdatenmanagement: Forschungsdatenmanagement bezieht sich auf den gesamten Lebenszyklus der Forschungsdaten. Damit umfasst das Management von Forschungsdaten deren Planung, Erfassung, Verarbeitung, Dokumentation und Aufbewahrung. Es sichert den Zugang, die Nachnutzung, Reproduzierbarkeit und Qualitätssicherung aller Forschungsdaten, die wissenschaftlichen Ergebnissen zugrunde liegen.

2. GELTUNGSBEREICH

Diese Policy für das Management von Forschungsdaten gilt für alle an der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe tätigen Forschenden. Sie wurde am [Datum] vom [Präsidium / Senat] verabschiedet. Im Fall einer Forschungsfinanzierung durch Dritte sollte, soweit möglich, diese Policy berücksichtigt werden. Spezifische Vereinbarungen mit Drittmittelgebern in Bezug auf das Datenmanagement haben Vorrang vor dieser Policy.

3. NUTZUNGSRECHTE

Das Urheberrecht garantiert jedem den Schutz seiner geistigen Schöpfungen. Ob Forschungsdaten dem Schutz des Urheberrechtsgesetzes unterliegen, ist davon abhängig, ob entweder die Anforderungen an die geistige Schöpfungshöhe oder die Voraussetzungen des Datenbankurheberrechts erfüllt werden.

Sofern keine anderslautenden Regelungen bestehen, steht der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe das Recht zur wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Nutzung von Daten, die im Rahmen einer Forschungstätigkeit an der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe ermittelt oder verarbeitet werden, zu. Davon abweichende Nutzungs- und Verwertungsrechte an Forschungsdaten werden in einem Dienstvertrag oder einer sonstigen vertraglichen Vereinbarung zwischen den Forschenden und der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe definiert. Nutzungs- und Verwertungsrechte können weiterhin durch zusätzliche Übereinkünfte definiert werden (z. B. in einer Zuwendungsvereinbarung oder einem Konsortialvertrag).

4. UMGANG MIT FORSCHUNGSDATEN

Forschungsdaten sind von Anfang an in geeigneten Systemen zu speichern und zu pflegen und sollen in einem geeigneten Repositorium oder Archivierungssystem abgelegt werden. Die Daten sollen mit persistenten Identifikatoren (PID, z. B. DOI oder Handle) versehen werden.

Es ist von besonderer Bedeutung, die Integrität von Forschungsdaten zu bewahren und die FAIR-Prinzipien einzuhalten. Forschungsdaten müssen auf eine korrekte, vollständige, unverfälschte und verlässliche Art und Weise gespeichert werden. Des Weiteren müssen sie identifizierbar, zugänglich, zurückverfolgbar, interoperabel und wenn möglich, für die spätere Nutzung verfügbar sein.

In Übereinstimmung mit den Rechten am geistigen Eigentum und unter der Voraussetzung, dass keine Rechte Dritter, gesetzliche Bestimmungen oder andere Schutzrechte dies verbieten, sind Forschungsdaten mit einer freien Lizenz (z.B. Creative Commons) zu versehen und offen verfügbar zu machen.

Forschungsdaten, die zur Nachnutzung vorgesehen sind, sollen in zitierbarer Form zur Verfügung gestellt werden. Es soll garantiert werden, dass Zitationsregeln beachtet werden und Auflagen bezüglich der Veröffentlichung und Verwendung eingehalten werden. Die Herkunft wiederverwendeter Daten ist dadurch eindeutig nachvollziehbar und die entsprechende Quelle wird honoriert.

Forschungsdaten und –unterlagen sind so lange aufzubewahren und zugänglich zu halten, wie es gemäß den Rechten am geistigen Eigentum oder den Auflagen der Forschungsförderer im Rahmen der anwendbaren gesetzlichen und vertraglichen Bestimmungen (z. B. EU-Auflagen bezüglich der Sammlung persönlicher Daten) erforderlich ist. Die Mindestaufbewahrungszeit für Forschungsdaten und -unterlagen beträgt zehn Jahre nach der Veröffentlichung der Daten oder der Veröffentlichung der betreffenden Arbeit bzw. nach Projektabschluss.

Wenn Forschungsdaten und zugehörige Unterlagen nach Ablauf der Speicherfrist oder aus rechtlichen bzw. ethischen Gründen gelöscht oder vernichtet werden sollen, so darf dies nur unter Berücksichtigung jeglicher rechtlicher oder ethischer Gesichtspunkte geschehen. Die Löschung muss nachvollziehbar sein und dokumentiert werden. Bei der Entscheidung über Erhalt oder Löschung der Daten müssen die Interessen und vertraglich festgelegten Bestimmungen von Drittmittelgebern und sonstigen Beteiligten, insbesondere von Mitwirkenden und Kollaborationspartnern, berücksichtigt werden. Dabei müssen Aspekte der Sicherheit und Vertraulichkeit bedacht werden.

5. VERANTWORTLICHKEITEN, RECHTE, PFLICHTEN

Die Verantwortung für das Forschungsdatenmanagement während und nach der Projektlaufzeit liegt bei der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe und ihren Forschenden und sollte mit den „Leitlinien zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis“ übereinstimmen.

5a. Verantwortlichkeiten der Forschenden

Forschende
i. gehen mit Forschungsdaten so um, dass die Grundsätze und Anforderungen dieser Policy erfüllt werden.

ii. sammeln, dokumentieren, speichern und archivieren Forschungsdaten und die damit verbundene Dokumentation, so dass ein Zugang bzw. eine ordnungsgemäße Löschung möglich ist. Dies beinhaltet auch die Vereinbarung von Abläufen und Verantwortlichkeiten in gemeinsamen Forschungsprojekten. Derartige Informationen sollen Bestandteil eines Datenmanagementplans (DMP) sein, der die Sammlung, Verwaltung, Aufbewahrung, Nutzung und Veröffentlichung der verwendeten Daten dokumentiert und die Voraussetzungen für Integrität und Vertraulichkeit der Daten beschreibt. Forschende sollen für jedes Forschungsvorhaben einen DMP anlegen und im Laufe des Projektes weiter pflegen.

iii. planen, soweit möglich, die weitere Nutzung der Daten insbesondere nach Projektabschluss. Dies umfasst sowohl die Festlegung von Nutzungs- und Verwertungsrechten nach Projektende, einschließlich der Zuweisung entsprechender Lizenzen, als auch die Regelung von Datenspeicherung und –archivierung im
Fall eines Ausscheidens aus der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe.

iv. erfüllen alle relevanten organisatorischen, regulatorischen, institutionellen und sonstigen vertraglichen und gesetzlichen Bestimmungen sowohl in Bezug auf Forschungsdaten als auch auf die Verwaltung zugehöriger Forschungsunterlagen (zum Beispiel bei Kontext- oder Herkunftsangaben) und treten dafür ein.

5b. Verantwortlichkeiten der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe

Die Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe
i. unterstützt ihre Organisationseinheiten, stellt angemessene Mittel und Ressourcen für Forschungsförderung, Dienstleistungen, den Betrieb von Organisationseinheiten, Infrastrukturen und Mitarbeiterqualifizierung bereit.

ii. fördert die Einhaltung der Empfehlungen zur guten wissenschaftlichen Praxis. Dazu stellt sie Vorlagen für DMPs bereit, betreibt Monitoring und bietet Qualifizierungsmaßnahmen sowie Unterstützung und Beratung an. Dies geschieht in Übereinstimmung mit aktuellen Richtlinien, Verträgen mit Drittmittelgebern, internen Satzungen, Verhaltenskodizes und weiteren relevanten Leitfäden.

iii. entwickelt Mechanismen und stellt Dienste bereit, um Forschungsdaten zu speichern, sicher aufzubewahren und abzulegen, damit der Zugang zu den Forschungsdaten während und nach Abschluss von Forschungsprojekten gewährleistet werden kann.

iv. stellt den Zugang zu den oben beschriebenen Diensten und Infrastrukturen bereit, so dass die Forschenden die Auflagen von Drittmittelgebern und weiteren Rechtsträgern einhalten können und ihre in dieser Policy beschriebenen Verantwortlichkeiten wahrnehmen können.

6. GÜLTIGKEIT

Wie vom Präsidium / [Senat] der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe beschlossen, wird diese Policy alle 3 Jahre vom S(kim) überprüft und bei Bedarf aktualisiert.

Fach-Policies

Unabhängig von den Forschungsdaten-Policies einzelner Institutionen haben sich weitere Policies als disziplinäre bzw. interdisziplinäre Policies oder als Richtlinien von Zeitschriften entwickelt. Diese Policies definieren die Standards für das jeweilige Forschungsgebiet und variieren abhängig vom disziplinären Fokus, dem tradierten Umgang mit Daten sowie der Heterogenität der wissenschaftlichen Daten.   
Folgende fachspezifische Empfehlungen können auch für Forschungsgebiete an der TH OWL relevant sein:

Datenmanagement

Ein Datenmanagement mit einer hohen Verfügbarkeit von gut aufbereiteten und gepflegten Forschungsdatenbeständen ermöglicht eine bessere Forschung.
Der Umgang mit anfallenden Forschungsdaten und -ergebnissen sollte vorausgeplant werden. Dabei ist es wichtig, die verschiedenen Phasen im Forschungsdatenzyklus zu kennen, weil in jeder Phase unterschiedliche Aufgaben anfallen. Ein geeignetes Werkzeug für einen strukturierten Umgang mit den Daten ist ein Datenmanagementplan.

Datenveröffentlichung

Allgemein

Es gibt guten Gründe dafür, Forschungsdaten zu veröffentlichen und langfristig verfügbar zu halten. Durch die Veröffentlichung werden Forschungsdaten zitierfähig und geben damit den erzielten wissenschaftlichen Ergebnissen insgesamt eine höhere Sichtbarkeit. Studien haben gezeigt, dass Publikationen öfter zitiert werden, wenn die zugrundeliegenden Daten öffentlich sind. Zusätzlich empfehlen auch diverse Förderer und Geldgeber eine Datenveröffentlichung oder setzen sie voraus.
Vor einer Datenveröffentlichung ist grundsätzlich zu klären, ob die Forschungsdaten veröffentlicht werden dürfen oder ob rechtliche Gründe dagegensprechen. Eine Information mit Entscheidungshilfe finden Sie bei forschungsdaten.info sowie im Abschnitt Lizenzierung. Ist eine Veröffentlichung rechtlich möglich, sollten Sie ein geeignetes Repositorium, einen Speicherort für Ihre digitalen Daten, auswählen. Eine optimale Auffindbarkeit der öffentlichen Forschungsdaten wird durch Metadaten und Dokumentation sichergestellt.

Repositorium

Für die Veröffentlichung Ihrer Forschungsdaten stehen sogenannte Repositorien zur Verfügung. Die Bewilligung von Forschungsmitteln bzw. Fördergeldern ist mittlerweile eng an die Veröffentlichung der Forschungsergebnisse in einem sogenannten Repositorium gekoppelt. Für diesen Zweck steht Ihnen der hochschuleigene Hochschulschriftenserver ELSA zur Verfügung. Unabhängig von den einzelnen Hochschulrepositorien gibt es diversere Fach-Repositorien, die Sie zur Veröffentlichung Ihrer Daten nutzen können. Diese Fach-Repositorien und Archive wurden in den letzten Jahren weltweit verteilt aufgebaut. Falls es in Ihrer Disziplin ein Fachrepositorium gibt, empfehlen wir Ihnen, dieses disziplinspezifische Repositorium zu nutzen.  

Ein geeignetes Repositorium für Ihre Forschungsdaten können Sie über das globale Register re3data.org finden. Ähnlich funktioniert der Repository Finder, der ausschließlich Fachrepositorien enthält, die den FAIR-Prinzipien folgen.
Einen ersten Eindruck von einem Fachrepositorium können Sie bei diesen bekannten Fachrepositorien bekommen:

  • Fachrepositorium Geowissenschaften: PANGAEA
  • Fachrepositorium Lebenswissenschaften: Publisso
  • Fachrepositorium Medienwissenschaft: media/rep/
  • Fachrepositorium Sozial- und Wirtschaftswissenschaften: datorium
Dokumentation und Metadaten

Um Forschungsdaten sinnvoll zu nutzen und zu publizieren ist eine nachvollziehbare Dokumentation erforderlich.  Anhand von Metadaten können Forschungsdaten beschrieben werden, um ihre Auffindbarkeit zu optimieren. Zu den grundlegenden Informationen gehören Angaben zum Titel, Forscher, Institution, Ort, Zeitraum, Thema, Rechte, Dateinamen, Formate etc. Standardisierte Elemente zur Beschreibung von Daten sind in Metadatenschemata zusammengestellt, stellen eine einheitliche und nachvollziehbare Beschreibung sicher und ermöglichen damit Auffinden, Nachnutzbarkeit und Zitierbarkeit der Daten. In einigen Disziplinen sind bereits spezifische Metadatenschemata verfügbar

Wenn kein fachspezifisches Schema zur Verfügung steht, kann auch ein disziplinunabhängiges Schema genutzt werden

Das DataCite Metadata Schema hat sich inzwischen als weltweit eingesetztes Modell etabliert und wird von den meisten großen Datenrepositorien unterstützt. Mit dem DataCite-Metadata-Generator steht ein Online-Tool bereit, mit dem Metadaten im DataCite-Schema strukturiert erfasst werden können.

Lizenzierung

Bei der Veröffentlichung und Nutzung von Forschungsdaten sind verschiedene rechtliche Aspekte zu beachten.

  • Wer  darf über die Weitergabe und Veröffentlichung von Forschungsdaten entscheiden, wer besitzt die Rechte?
    Entscheidend sind in diesem Fall die Vertragsverhältnisse zwischen Forschenden, Arbeitgeber, Auftraggeber, Forschungsförderer, die bestimmen, wer mitentscheiden darf oder gefragt werden muss. Einen Überblick zu wichtigen rechtlichen Aspekten bei einer Veröffentlichung von Forschungsdaten bietet forschungsdaten.info
  • Welche datenschutzrechtlichen Beschränkungen müssen beachtet werden?
    Wenn in der Forschung personenbezogene Daten verwendet werden, unterliegen diese besonders strengen Vorgaben hinsichtlich der Archivierung, Bereitstellung und Veröffentlichung
  • Welche Lizenz soll für die Veröffentlichung von Daten gewählt werden?
    Werden Daten unter einer bestimmten Lizenz veröffentlicht, wird damit detailliert festgelegt, welche Form der Nutzung zulässig ist. Diese Regelung schafft Rechtssicherheit sowohl für Forschende als auch Nutzer von Forschungsdaten. Es existieren bereits verschiedene Lizenzmodelle, die Nutzungsrechte standardisiert regeln. Weit verbreitet sind die Lizenzen der Creative Commons. Speziell für den Bereich der Datenveröffentlichung ist das Lizenzpaket Open Data Commons entwickelt worden, das verschiedene Modelle anbietet. Dabei wird die Lizenz CC-BY (Bedingung der Namensnennung) der Idee von Open Access und Open Science am besten gerecht.
Persistente Identifikatoren

Bleiben Sie sichtbar!
Eine nachhaltige Nutzung von Forschungsdaten und Veröffentlichungen erreichen Sie durch die Verwendung von persistenten Identifikatoren. Als persistenter Identifikator wird ein Code aus Ziffern und/oder alphanumerischen Zeichen bezeichnet, der einem Datensatz oder einem digitalen Objekt zugeordnet wird und dauerhaft eindeutig auf diesen Inhalt verweist.

  • Für Forschungsdaten haben sich sowohl national als auch international Digital Object Identifier (DOI) als persistente Identifikatoren durchgesetzt.
  • Ein weiteres bekanntes System zur persistenten Identifikation ist der Uniform Resource Name (URN), der allerdings nur für Publikationen genutzt wird und vor allem im  deutschen und europäischen Raum gebräuchlich ist.
  • Forschende selbst und Publizierende können international eindeutig identifziert werden über die Open Research and Contributor (ORCID)-ID. Damit können nicht nur Werke eindeutig einer Person zugeordnet werden, sondern auch Zugehörigkeiten zu Organisationen und Beiträge zu anderen Arbeiten dokumentiert werden.

Beratung

S(kim) berät Sie gern rund um das Thema Forschungsdatenmanagement (FDM) und stellt Ihnen Services und Tools vor. Nehmen Sie Kontakt zu uns auf, um Ihre individuellen Fragen zu besprechen. Wir freuen uns auf ein Gespräch mit Ihnen.

Kontakt

Telefon: +49 5261 702-2222
E-Mail: support(at)th-owl.de
 

Forschungsdatenmanagement - nur ein Aspekt von Open Science

Forschungsdatenmanagement ist nur ein Aspekt aus dem vielfältigen Spektrum Open Science. Informieren Sie sich über weitere Aspekte von Open Science.