Aktuelle Forschung in Höxter

Das einmal jährlich stattfindende Forschungskolloquium am Standort Höxter der Technischen Hochschule OWL dient der fachbereichsübergreifenden Information. Ausgerichtet von den beiden Forschungsschwerpunkten Wasser und Kulturlandschaft ging es bei der inzwischen achten Auflage um drei Projekte, die sich zum einen mit dem Landschaftserleben und der Landschaftsrahmenplanung, zum anderen mit geothermischer Energie befassen.

Professor Boris Stemmer erläuterte zu Beginn in Vertretung für Lucas Kaußen, Absolvent des Studiengangs Landschaftsarchitektur der TH OWL und wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fachgebiet Landschaftsplanung und Erholungsvorsorge, dessen Promotionsvorhaben mit dem Titel „Landschaftserleben in sozialen Medien“. Hierbei analysiert er geographisch verortete Fotografien und zugehörige Textbeiträge aus dem sozialen Netzwerk FLickR, um neue Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie Menschen Landschaft wahrnehmen und bewerten. Dabei ist auch die technische Aufbereitung und Akquise der Daten ein wichtiger Bestandteil, damit diese für planungsrelevante Prozesse genutzt werden können.

Anschließend gab Franziska Bernstein, wissenschaftliche Mitarbeiterin im gleichen Fachgebiet, einen Überblick über das Projekt „Landschaftsrahmenplanung: Fachkonzept des Naturschutzes, Umsetzung und Partizipation - Innovative Methoden der öffentlichen Mitwirkung“, das das Bundesamt für Naturschutz fördert. Bernstein entwickelt gemeinsam mit Partnern aus Forschungseinrichtungen und Planungsbüros Hinweise und Empfehlungen zur Beteiligung auf Ebene der Landschaftsrahmenplanung. Schwerpunkt ihres Vortrages waren erste Erkenntnisse aus einer Metastudie, einer Online-Befragung, Interviews und einem Experten-Workshop zu den Themen Motivation von Beteiligten, Methoden öffentlicher Mitwirkung sowie Erfolg von Prozessen öffentlicher Mitwirkung. Die durch die Analyse gewonnenen Erkenntnisse erproben die Projektpartner derzeit in zwei Anwendungsbeispielen im Naturpark Dübener Heide und der Region Ost-Württemberg. Anschließend evaluieren sie diese bis zum Projektabschluss im Oktober 2019.

In der Erde steckt viel Wärmeenergie – wie kann man sie nachhaltig nutzen?

Im Rahmen des Forschungsschwerpunktes Wasser bearbeitet Jan-Henrik Kupfernagel, Absolvent des Studiengangs Umweltingenieurwesen und wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fachgebiet Geotechnik und Geothermie, ein Projekt, bei dem es darum geht, Erdwärmesonden zu optimieren, mit denen sich geothermische Energie gewinnen lässt. Eine solche Sonde besteht aus Kunststoffrohren, die in bis über 100 Meter tiefe Bohrungen eingebaut und von einem Wärmeträgermedium durchströmt werden. Damit wird die Erdwärme zu Wärmepumpen transportiert, die dann Gebäude beheizen. Um die Kunststoffrohre herum wird ein sogenannter Hinterfüll-Baustoff eingebracht – dieser sorgt dafür, dass an den Schnittstellen möglichst wenig Wärme verloren geht. Im Winter, wenn das Wärmeträgermedium bis zu minus fünf Grad Celsius kalt wird, können sich in diesem Material allerdings Eislinsen bilden. Dadurch wird das Material durchlässiger für Wasser, was es unbedingt zu vermeiden gilt. Die praktischen Versuche sollen Hinweise liefern, wie Erdwärmesonden zukünftig sicherer ausgelegt und gebaut werden können, um die Erdwärme nachhaltig zu nutzen. Der Projektpartner, die TU Darmstadt, ergänzt die Forschung aus Höxter mit Modellrechnungen.

Der Forschungsschwerpunkt „Kulturlandschaft“:https://www.th-owl.de/fb9/forschung/forschungsschwerpunkt.html

Der Forschungsschwerpunkt „Nachhaltige Wasserwirtschaft und vorsorgender Gewässerschutz“: https://www.th-owl.de/fb8/forschung/forschungsschwerpunkt.html