Als Technische Hochschule OWL gemeinsam in die Zukunft

In Höxter, Detmold und Lemgo wurde am 3. April 2019 der neue Hochschulname gefeiert. Insgesamt kamen 500 Gäste zu den drei Veranstaltungsteilen. Ebenfalls 500 TH-Angehörige strömten zur nächtlichen Party.

Aus der Hochschule Ostwestfalen-Lippe ist die „Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe“ geworden, kurz TH OWL. Im internationalen Gebrauch lautet der Name „OWL University of Applied Sciences and Arts“. Die Feierlichkeiten am 3. April 2019 fanden in Höxter, Detmold und Lemgo statt und mündeten in einer Party für alle Hochschulangehörigen.

In Detmold verdeutlichten die Studierenden, dass sie es sind, die der TH OWL Leben einhauchen. Rund 140 Studierende des Fachbereichs Detmolder Schule für Architektur und Innenarchitektur stellten auf dem Kreativ Campus Detmold den Schriftzug „TH OWL“ nach. „Wir bereiten heute Studierende auf einen beruflichen Alltag vor, von dem wir noch nicht wissen, wie er aussieht“, sagte Hochschulpräsident Professor Dr. Jürgen Krahl und betonte: „Wir müssen uns davon verabschieden, nur Dinge zu verbessern. Unsere große Herausforderung ist, uns dem zuzuwenden, was es noch nicht gibt. Wir wissen nicht wie die Zukunft aussieht – aber es wird viel Neues kommen und als Technische Hochschule bringen wir die nötige Innovationskraft und den nötigen Esprit mit, um uns den Herausforderungen zu stellen.“ Ein Schwerpunkt der TH OWL liege dabei darauf, neben der fachlichen Lehre den Studierenden einen übergreifenden wertschätzenden Ansatz zu vermitteln, der sie befähigt, Zusammenhänge zu erkennen und über Disziplinen hinweg miteinander zu kommunizieren und zu kooperieren. Krahl richtete einen Dank an die Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft für die gute Zusammenarbeit, ohne die die Technische Hochschule OWL nicht dort stünde, wo sie heute ist. Gleichzeitig richtete er einen Appell an die Politik: „Man kann nicht in beliebig kurzer Zeit mit immer weniger Mitteln immer mehr Menschen qualifizieren.“ Denn Bildung sei kein Produktionsprozess, den man beliebig optimieren könne.

TH-Kanzlerin Nicole Soltwedel hat das Projekt „Umbenennung zur TH“ geleitet. Sie blickte auf die Arbeit der vergangenen neun Monate zurück: Die Webseite, das Corporate Design und die Beschilderung hätten schnell im Projektplan gestanden. „Aber wie schaffen wir es, die Hochschule mitzunehmen auf dem Weg? Wie schaffen wir es, dass Studierende und Beschäftigte von ‚ihrer‘ TH sprechen?“, fragte Soltwedel und resümierte, dass die Hochschule in den vergangenen Monaten nicht nur den Weg gemeinsam gegangen sei. „Wir sind zu Weggefährten geworden und haben die ein oder andere Hürde gemeistert. Unsere Vielfalt stellt uns vor große Herausforderungen. Aber ich bin der festen Überzeugung, dass es genau diese Vielfalt ist, die uns in der Hochschule antreibt.“ Denn auch das neue Logo zeige: Die Technischen Hochschule OWL hat drei Standorte, die nur in der Verbindung ein harmonisches Dreieck bilden. „Deshalb ist unsere TH unverwechselbar“, so Soltwedel.

Ein unverwechselbares Andenken erhielten die Besucher am Standort Höxter: einen Setzling für eine Feuerbohne, verbunden mit einem Gewinnspiel. Dieser symbolisiert den Nachhaltigkeits- und damit „grünen“ Campus der TH OWL.

Die weiteren Redner der drei Feierstunden:

Nico Hellmund, Vorsitzender des AStA der TH OWL:
„Es war von Anfang an klar, dass die sehr große Mehrheit der Studierenden hinter der Umbenennung steht. Wir als Studierendenschaft sind stolz, an einer Hochschule zu studieren, die sich stark für die Qualitätserhaltung und Verbesserung der Lehre, ihres Images und des Kontakts zu den Studierenden einsetzt – und somit den Kontakt zu ihrer Basis nicht verliert. Wir sind stolz, sagen zu können, dass wir eine Studierendenschaft sind, die hinter der Entwicklung der Hochschule steht. Wir sind stolz, sagen zu können an der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe zu studieren!“

Friedhelm Spieker, Landrat des Kreises Höxter:
„Die Hochschule ist ein Magnet für junge Menschen, die für die Welt von morgen lernen. Die Innovationskultur, die an der Hochschule gelebt wird, kommt im neuen Namen noch stärker zum Ausdruck. Für die Zukunft wünsche ich mir, dass der Campus Höxter ein wichtiger Standort der TH OWL bleiben wird, der von den Verantwortlichen weiterentwickelt wird – dafür sage ich die volle Unterstützung des Kreises Höxter zu. Den Kreis und die Hochschule verbindet bereits eine vielfältige Zusammenarbeit mit immer wieder fruchtbaren Synergien. Die Menschen im Kreis Höxter sind stolz darauf, dass wir Hochschulstandort sind – das ist identitätsstiftend für die Region.“

Alexander Fischer, Bürgermeister der Stadt Höxter:
„Die Umbenennung ist ein wichtiger Schritt für die Weiterentwicklung der Hochschule. Sie hebt das Profil hervor, bietet Anreize für interessierte Studierende und stärkt den Hochschulstandort OWL auch hier in Höxter. Die Stadt ist bereits seit 155 Jahren Hochschulstandort – diese Geschichte geht heute in eine nächste Phase. In Höxter werden bereits jetzt die Lösungen für die Probleme der Gegenwart und Zukunft erforscht und entwickelt. Ich bin froh und stolz, dass die Technische Hochschule OWL ihren Standort in Höxter hat, und ich freue mich auf die nächsten Generationen der Studierenden, die nach Höxter kommen werden.“

Prof. Dr. Stefan Wolf, Standortsprecher Höxter:
„Unabhängig vom tatsächlichen Namen sind wir in der Stadt Höxter seit 155 Jahren als Bauschule bekannt. Der neue Name Technische Hochschule OWL erlaubt es uns, unsere Stärken weiter auszubauen. In Höxter haben wir in allen Studiengängen immer einen technischen Bezug und auch in unseren beiden Forschungsschwerpunkten Nachhaltige Wasserwirtschaft und vorsorgender Gewässerschutz sowie Kulturlandschaft stets die Perspektive der Nachhaltigkeit.“

Christ-Dore Richter, stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Detmold:
„Man merkt heute deutlich, welche Leidenschaft dahintersteckt, diese Namensänderung vorzunehmen. Wir können uns als Stadt sehr gut fühlen mit dem, was hier derzeit an der Hochschule vorangetrieben werden. Ich wünsche Ihnen für die weitere Entwicklungsarbeit ganz viel Kraft – den Mut haben Sie bereits bewiesen.“

Professor Carsten Wiewiorra, Dekan des Fachbereichs Detmolder Schule für Architektur und Innenarchitektur:
„Ich möchte auf das Kleingedruckte hinweisen – den Namen ‚University of Applied Sciences and Arts. ‚Arts‘ ist genau das, was uns am Standort Detmold ganz besonders am Herzen liegt und was sich auch künftig im Konzept der Hochschule wiederfinden wird. Detmold steht als Kreativstandort dafür, dass die Kunst und Gestaltung, die Kunstgestaltung in Zusammenhang mit Technik, gelebt werden kann. Das gilt ganz besonders, wenn bald der Fachbereich Medienproduktion ebenfalls nach Detmold zieht.“

Prof. Dr. Christoph Nolte, Dekan des Fachbereichs Bauingenieurwesen, beschloss die Reden am Standort Detmold mit einem selbstverfassten Gedicht, dessen letzten beiden Strophen gleichermaßen rück- und ausblicken: „Von Internet bis Briefpapier – geändert wurde alles hier. Die meisten Studis finden’s gut – und staunen auch vor so viel Mut. Das Werk vollendet und vollbracht – von nun an wird TH gemacht. Sie möge lange weiter blühen – mit uns leben, wachsen, glühen!“

Dr. Axel Lehmann, Landrat des Kreises Lippe:
„Die Technische Hochschule OWL ist ein Aushängeschild für die Region – ein Aushängeschild, das profiliert ist und sichtbar wird. Wir arbeiten an unterschiedlichen Stellen eng zusammen, vor allem beim Innovation Campus Lemgo und Kreativ Campus Detmold. Der neue Hochschulname dient Lippe, um noch mehr Studierende für die Region und die Hochschule zu gewinnen und zu vermitteln: Hier kann man gut arbeiten und leben. Ich freue mich auf die weitere gute Zusammenarbeit und bin mir sicher, dass wir gemeinsam noch vieles für Lippe bewegen können.“

Dr. Reiner Austermann, Bürgermeister der Alten Hansestadt Lemgo:
„Es gibt Bürgerinnen und Bürger, die gar nicht verstehen, warum sich die Hochschule einen neuen Namen gibt. Und der Lipper fragt natürlich mit besonderer Sorge auch mal nach, ob so eine Umbenennung nicht auch Geld kostet. Ich bin der Überzeugung, dass jeder Euro für neue Briefbögen und Visitenkarten gut angelegt ist – weil ich um die Bedeutung und Wirkung von Namen weiß. Die Alte Hansestadt Lemgo führt diesen Namen seit 1916. Dieser Name ist auch ein Marketinginstrument und dieser Name inspiriert uns jeden Tag! So kann auch der neue Hochschulname die Professorenschaft und die Studierenden inspirieren!“

Prof. Dr. Korbinian von Blanckenburg, Dekan des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften:
„Wir kennen das aus der Wirtschaft: Große Unternehmen haben sich in der Vergangenheit umbenannt. Wir sind kein Unternehmen, aber es lassen sich Parallelen ziehen: Wir stehen im Wettbewerb um Studierende, Forschungsgelder und Wahrnehmung. Unsere Hochschule und unsere Gesellschaft stehen heutzutage vor vielschichtigen Problemen. Die Digitalisierung beispielsweise erfordert nicht nur technische Lösungen, sondern ganzheitliche Ansätze. Wir bilden Menschen aus, die sich fachlich fokussieren, aber auch ganzheitlich denken. Ich glaube, diese Umbenennung wird eine Erfolgsgeschichte, weil es uns gelingt, Fokus mit Vielfalt zu verbinden.“