Digitaler Wandel in der Lebensmittelproduktion

Eine bessere Qualitätssicherung und Überwachung der Haltbarkeit von Lebensmitteln, kürzere Entwicklungszeiten und mehr Ressourceneffizienz sowie Transparenz für den Kunden – diese Ziele verfolgt das Projekt „Lebensmittel 4.0“ an der Hochschule OWL. Erreichen will das Projektteam dies alles durch die Nutzung intelligenter technischer Systeme in der Lebensmittelwirtschaft.

Eine bessere Qualitätssicherung und Überwachung der Haltbarkeit von Lebensmitteln, kürzere Entwicklungszeiten und mehr Ressourceneffizienz sowie Transparenz für den Kunden – diese Ziele verfolgt das Projekt „Lebensmittel 4.0“ an der Hochschule OWL. Erreichen will das Projektteam dies alles durch die Nutzung intelligenter technischer Systeme in der Lebensmittelwirtschaft.

Intelligente technische Systeme können große Datenmengen analysieren. Diese entstehen, wenn Maschinen und Geräte mit integrierten Computern ausgestattet sind und direkt miteinander kommunizieren, um die Fertigungsprozesse zu optimieren. Im Maschinenbau gehören diese Systeme inzwischen zum Alltag – in anderen Branchen wie der Lebensmittelindustrie jedoch noch nicht. Das wollen die Partner des Projektes „Lebensmittel 4.0“ – der Bielefelder Food-Processing Initiative (FPI) e.V. und das Institut für Lebensmitteltechnologie (ILT.NRW) an der Hochschule OWL – nun ändern. Gefördert wird das Projekt vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) im Rahmen des Aufrufs Regio.NRW.

„In der Lebensmitteltechnologie trifft man in den produzierenden Betrieben noch sehr oft modulare Prozesse an, die wenig miteinander kommunizieren. Häufig werden die Einstellungen der Geräte individuell vom jeweiligen Schichtleitenden der Produktion aufgrund von Erfahrungswerten festgelegt“, sagt Dr.‘in Sabine Brunklaus, die das Projekt „Lebensmittel 4.0“ am ILT.NRW der Hochschule OWL betreut. Sie hebt hervor: „Besonders im Hinblick auf die globale Vernetzung und den dominanten Preiswettbewerb gewinnt das Thema digitaler Wandel, auch Industrie 4.0 genannt, auch in der Lebensmittelbranche zunehmend an Bedeutung.“

Im Rahmen des Projektes „Lebensmittel 4.0“ analysieren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom ILT.NRW und des FPI welche Potenziale und Auswirkungen es hat, intelligente technische Systeme in der Lebensmittelbranche zu nutzen. Das entstehende Kompetenznetzwerk soll eine Brücke schlagen zwischen innovativen wissenschaftlichen Konzepten aus Forschungsinstituten und einer kundenorientierten Umsetzung in Unternehmen. Ziel der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ist es, gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft, Forschung und Verbänden Vorhaben zu entwickeln, um vielversprechende Konzepte aus der Informations- und Kommunikationstechnologie – zum Beispiel intelligente Assistenz- und Sensorsysteme – in die Lebensmittelproduktion zu integrieren. Angesprochen sind in erster Linie Lebensmittelproduzenten sowie deren Ausrüster aus dem Maschinen- und Anlagenbau sowie der Steuer- und Regelungstechnik.

Ein besonderes Augenmerk legen die Projektpartner auf den Wissens- und Technologietransfer. Deshalb möchten sie zum einen Chancen zur Gründung von Start-ups identifizieren – insbesondere solcher, die zur wirtschaftlichen Stärkung von Ostwestfalen-Lippe und angrenzenden Regionen beitragen. Zum anderen entwickeln die Projektmitarbeiterinnen und -mitarbeiter am ILT.NRW neue Studieninhalte und Weiterbildungen zu den Themen Digitalisierung, Vernetzung, selbstlernende Systeme und Assistenzsysteme in der Produktion sowie der Absatzkette. Das Branchennetzwerk FPI fokussiert zudem die Bedarfe und Interessen gerade der mittelständischen Betriebe und sorgt für einen reibungslosen Transfer der Ergebnisse in die Branche. „Dieses Projekt wird entscheidend dazu beitragen, der Lebensmittelbranche in der Region und auch darüber hinaus neue Wege an die Hand zu geben, innovative Informations- und Kommunikations-Technologien zu nutzen, um das eigene Unternehmen erfolgreich in das Zeitalter von Industrie 4.0 zu führen“, schätzt Norbert Reichl von FPI ein.

Regio.NRW
Der Projektaufruf Regio.NRW erfolgte im Rahmen des aktuellen „Operationellen Programm Nordrhein-Westfalens für die Förderung von Investitionen in Wachstum und Beschäftigung aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (OP EFRE NRW). Im OP EFRE NRW ist festgeschrieben, wie NRW die Mittel des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) in der aktuellen Förderperiode strategisch einsetzen will. Die Aufgabe von EFRE ist es, Strukturdefizite verschiedener Regionen zu beseitigen, Innovationsfähigkeit zur stärken und dadurch die Europäische Union zu stärken. Regio.NRW zielt darauf, die Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit der Regionen in Nordrhein-Westfalen zu stärken. In OWL wurde dazu ein gemeinsames regionales Handlungskonzept unter Koordination durch die OstwestfalenLippe GmbH erarbeitet, das unter dem Titel „OWL 4.0“ das Thema „Digitalisierung und Industrie 4.0“ in den Fokus rückt.

Von zwölf gestellten Förderanträgen der Region OWL waren zehn Projekte im Umfang von 6,6 Mio. Euro erfolgreich. An vier Projekten ist die Hochschule OWL als Kernpartner beteiligt, an zwei weiteren werden wichtige Beiträge durch die Hochschule OWL geliefert. Im Projekt „Lebensmittel 4.0“ ist das Institut für Lebensmitteltechnologie (ILT.NRW) der Hochschule OWL als Kernpartner dabei.

Kontakt:
Dr.‘in Sabine Brunklaus, Institut für Lebensmitteltechnologie NRW, Telefon 05261 702-5087, E-Mail sabine.brunklaus@hs-owl.de, www.hs-owl.de/ilt-nrw;
Norbert Reichl, Food-Processing Initiative e. V., Telefon 0521 98640-0, E-Mail norbert.reichl@foodprocessing.de