Wie ein Frühstücksbrettchen die Welt verbessert

Jannis Stadtmann ist Student der Holztechnik am Fachbereich Produktion und Wirtschaft an der Hochschule Ostwestfalen-Lippe. Vor zwei Jahren hatte er eine Idee: Holzbrettchen in Schweinchen-Form produzieren, verkaufen und den Erlös zur Unterstützung von Projekten sowie der Herstellung weiterer Produkte einsetzen. 950 Euro konnten so bereits gespendet werden. Nun soll das Projekt durch eine bis zum 24. März laufende Crowdfunding Kampagne wachsen, um noch mehr Gutes zu tun.

Jannis Stadtmann ist Student der Holztechnik am Fachbereich Produktion und Wirtschaft an der Hochschule Ostwestfalen-Lippe. Vor zwei Jahren hatte er eine Idee: Holzbrettchen in Schweinchen-Form produzieren, verkaufen und den Erlös zur Unterstützung von Projekten sowie der Herstellung weiterer Produkte einsetzen. 950 Euro konnten so bereits gespendet werden. Nun soll das Projekt durch eine bis zum 24. März laufende Crowdfunding Kampagne wachsen, um noch mehr Gutes zu tun.

Jannis Stadtmann sitzt am Frühstückstisch seiner WG, als ihm plötzlich eine Idee kommt: „Was wäre, wenn ein Frühstücksbrettchen die Welt verbessern könnte?“ Den Anstoß dazu gab ein kleines Holzbrettchen in Schweinchen-Form, das der Opa, Klemens Stadtmann, während der Ausbildung von seinen Lehrlingen zur Übung herstellen ließ. Einige davon sind danach auch in der WG von Jannis Stadtmann gelandet, wo er dann die Idee zu seinem Projekt „Spendenschwein“ hatte. „Ich wollte schon immer etwas Gemeinnütziges tun. Da ich gelernter Tischler bin, wollte ich zunächst meine Fähigkeiten dafür nutzen und Produkte aus Holz herstellen. So ist schließlich das Frühstücksbrettchen entstanden“, sagt Jannis Stadtmann. Die ersten Brettchen fertigte er in den Werkstätten seiner Verwandten. „Mein Opa und mein Onkel sind beide Tischler-Meister“, erklärt er.

Die Idee und das Prinzip hinter den Spendenschweinen sind eigentlich recht einfach: „Jemand kauft ein tolles Produkt, unterstützt dabei direkt ein Projekt und ermöglicht wiederum die Herstellung weiterer Produkte. Dadurch entsteht dann ein Spenden-Schneeballeffekt und aus einem kleinen Beitrag wird langfristig ein viel größerer“, erläutert der 27-Jährige. Die Unterstützung des Projekts Spendenschwein ist zudem gemeinnützig und nachhaltig, denn es sind nicht nur die unterstützten Projekte von großer Bedeutung, sondern auch die Herstellverfahren der Produkte sowie deren Produktverpackungen. So sind die Frühstücksbrettchen beispielweise in Kartons, die mit Holzfasern gefüllt sind, verpackt und einige Print-Produkte sind auf Grasfaser-Papier gedruckt. „Ich möchte die Brettchen auch gern integrativ herstellen lassen und bin da gerade im Gespräch mit Produzenten“, so Stadtmann.

In einem kleinen Umfang konnten durch das Projekt Spendenschwein bereits einige Projekte und Vereine unterstützt werden. Das erste war ein von befreundeten Studierenden der Architektur und des Designs an der Hochschule Dessau initiiertes Projekt. Sie wollten ein Schulgebäude für die P´Yan School in Thailand planen und vor Ort in Zusammenarbeit mit lokalen Arbeiterinnen und Arbeitern realisieren – was auch erfolgreich war. Das zweite unterstützte Projekt war der Kinderplanet in Halle an der Saale des Vereins zur Förderung krebskranker Kinder, das er durch das Soziale Jahr seiner Schwester kennenlernte. Es handelt sich dabei um einen Ort, an dem die jungen Patienten für eine bestimmte Zeit durch Spiel und Spaß ihre Erkrankung vergessen können und ihre Angehörigen Beratung, Zuspruch und Betreuung der Kinder und bei langen Anreisen sogar Übernachtungsmöglichkeiten finden. Durch die Spendengelder konnte ein Ausflug für die Kinder realisiert werden. Im Jahr 2017 engagierte sich Jannis Stadtmann im interdisziplinären Ghana Projekt, bei dem acht Studierende der Hochschule OWL nach Ghana aufgebrochen sind, um dort in einem Entwicklungshilfeprojekt mitzuwirken. Mit Hilfe von verschiedenen Spenden, wie denen aus dem Spendenschwein-Projekt, konnten sie finanzielle Mittel generieren und somit einen Teil der anfallenden Reise- und Aufenthaltskosten bestreiten. Zudem wurde die Nachsorgeklinik Tannheim im Südschwarzwald unterstützt, die dort ein vielseitiges, speziell auf Familien mit chronisch kranken Kindern abgestimmtes, Rehabilitationsprogramm bietet. Eine Besonderheit ist die „junge Reha“, die jungen Menschen mit Krebserkrankungen, Mukoviszidose oder einem angeborenen Herzfehler ein Umfeld zur Erholung schafft. Gemeinsam mit einer Freundin konnten sie durch ihre generierten Spenden einen Beitrag zur Gestaltung der Räumlichkeiten der jungen Reha leisten.

„Damit das Prinzip jedoch in Zukunft wirklich funktionieren und die Unterstützung durch Spendenschwein einen nachhaltig und langfristigen Beitrag leisten kann, müssen die Spendenschweine in einer viel größeren Stückzahl hergestellt werden. Dies ist mir leider ohne Hilfe nicht möglich und daher benötige ich Unterstützung“, so der Holztechnik-Student. Deswegen hat Jannis Stadtmann eine Crowdfunding-Kampagne über Startnext gestartet. Das erste Fundingziel liegt bei 8.000 Euro. „Mit diesem Betrag können wir die Gründungskosten für eine gemeinnützige Struktur bezahlen, die Dankeschön-Geschenke für Unterstützerinnen und Unterstützer realisieren und ungefähr 300 Spendenschweine herstellen“, erklärt Stadtmann. „Das zweite Fundingziel in Höhe von 12.000 Euro ermöglicht es, etwa 1.000 Spendenschweine herzustellen und weitere Produktideen zu realisieren.“

„Ich freue mich, wenn möglichst viele das Projekt unterstützen. Nur so wird es in Zukunft möglich sein, Spendenschwein effektiver zu betreiben, mehr Produkte herzustellen und somit viel mehr Unterstützung zu leisten“, so der Spendenschwein Gründer. Für die Projektförderinnen und -förderer gibt es für die Unterstützung auch Dankeschön-Geschenke, wie zum Beispiel Schlüsselanhänger und XL-Brettchen, einen Tischler-Workshop oder ein Konzert. „Bereits jetzt bekomme ich viel Zuspruch für das Projekt Spendenschwein und das zeigt mir, dass es sich auch weiterhin lohnt, sämtliche Mühen auf sich zu nehmen“.

Hier geht es zur Spendenschweinseite, wo es weitere Informationen rund um das Projekt gibt.

Hier geht es direkt zur Crowdfunding-Kampagne auf Startnext, wo das Projekt bis zum 24. März 2019 unterstützt werden kann.

Der Studiengang Holztechnik
Der Studiengang Holztechnik ist ideal für Menschen mit Liebe zum Holz, die sich für die vielseitigen beruflichen Herausforderungen des Ingenieurs und sehr gute Ein- und Aufstiegschancen in einer mittelständisch geprägten Branche interessieren. Die Hochschule Ostwestfalen-Lippe bietet dieses Studium in Europas größtem Ballungszentrum der Möbel- und Küchenmöbelindustrie. Das Studium vermittelt neben einer fundierten naturwissenschaftlichen Ausbildung umfassende Kompetenzen in der Entwicklung, Konstruktion und Herstellung von Produkten aus Holz und Holzwerkstoffen sowie Grundlagen der Verarbeitung von Kunststoff und Metall. Der besondere Fokus liegt auf der wirtschaftlichen Gestaltung von Entwicklungs-, Produktions-, Logistik- und Vertriebsprozessen auf nationalen und internationalen Märkten. Zukünftige Arbeitsfelder sind alle Führungs- und Leitungspositionen in Betrieben vornehmlich der Holz- und Möbelindustrie, wie auch bei deren Zulieferern und Abnehmern, unter anderem in der Produktionsleitung in Planung und Steuerung, im Qualitätssicherungs- und Umweltmanagement, in der Konstruktion oder im Designmanagement.

Kontakt: Constanze Kiwitt (Studienberatung Holztechnik), Telefon 05261 702-5042, E-Mail constanze.kiwitt(at)hs-owl.de

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