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Seesonar

Umwelt & Ressourcen

Seesonar

Hintergrund und Motivation:

Die Vermessung von See-, Fluss- oder Hafengrund, auch als Seegrundvermessung bezeichnet, ist aus verschiedenen Gründen von großer Bedeutung. Sie kann gesetzlich vorgeschrieben sein, sei es im Zusammenhang mit der Standsicherheit von Böschungen, der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie, bautechnischen Vermessungen von Kai- und Steganlagen oder Spundwänden oder der Dokumentation von Nasskiesgewinnung. Je nach mineralischer Zusammensetzung und Nutzung gelten das Bundesberggesetz oder die Abgrabungsgesetze der Länder. In Nordrhein-Westfalen wird beispielsweise ein Abgrabungsmonitoring im Rahmen des Landesentwicklungsplans durchgeführt, das das Spannungsfeld zwischen wirtschaftlich bedeutendem Kiesabbau und Natur- und Landschaftsschutz, Siedlungsraum, Landwirtschaft, Wasserwirtschaft und Verkehrsplanung abdeckt. Allein im Planungsgebiet Detmold gibt es 62 Monitoringflächen für Kies und Kiessand gemäß dem Abgrabungsgesetz. Das Rohstoffvolumen und dieses Spannungsfeld unterstreichen die Bedeutung der Seegrundvermessung. Unabhängig von der rechtlichen Zuständigkeit sind regelmäßige Vermessungen alle zwei Jahre im Rahmen von Genehmigungsverfahren erforderlich.

Projektinhalt:

Der Nasskiesabbau ist von großer wirtschaftlicher Bedeutung, unterliegt jedoch strengen Genehmigungs- und Dokumentationsanforderungen. Die Vermessung von Baggerseen ist technisch anspruchsvoll und kostenintensiv. In diesem Projekt wird prototypisch untersucht, ob durch eine innovative Kombination von Robotik, Sensorik und Datenauswertung der Aufwand für die Seegrundvermessung erheblich reduziert werden kann, bei gleichbleibender Genauigkeit.

Projektziel:

Das Hauptziel des Projekts ist die Entwicklung einer effizienten Seegrundvermessungslösung, die Miniaturisierung, Autonomie, intelligente Automatisierung und niedrige Kosten miteinander verbindet. Gleichzeitig soll das System robust und verlässlich sein und die Genauigkeitsanforderungen erfüllen. Die Vermessung erfolgt in der Regel auf der Grundlage von Sonardaten, um eine Messpunktwolke zu generieren, die anschließend zu einem digitalen Gelände- oder Oberflächenmodell weiterverarbeitet wird. Um geodätische Genauigkeit zu gewährleisten, sind jedoch verschiedene technische Herausforderungen zu bewältigen, darunter temperatur- und tiefenabhängige Laufzeiten der Sonarsignale, die Erfassung der Eigenbewegungen des Sonarträgers, GNSS-Phasenmessungen zur präzisen Ortung des Sonarträgers und die lückenlose Erfassung des Seegrunds, einschließlich flacher Uferbereiche. Darüber hinaus ist eine klare Unterscheidung zwischen Gelände- und Oberflächenmodellen erforderlich, um beispielsweise Vegetation zu identifizieren und Fehlerfortpflanzung zu minimieren.

 

Bearbeitung: Volker Pick

Betreuende Personen: Professor Dr. Klaus Maas - Umweltingenieurwesen und Angewandte Informatik; Professor Dr. Stefan Wolf - Umweltingenieurwesen und Angewandte Informatik; Professor Dr. Ralf Hesse - Umweltingenieurwesen und Angewandte Informatik

Laufzeit: 01.10.2023 - 31.03.2024

Kontakt

Ansprechpartner:innen

 

Anfragen per Mail an: 

trinnovation@th-owl.de