Demonstrationsvorhaben Stadtquartier Jenfelder Au – Kopplung von regenerativer Energiegewinnung mit innovativer Stadtentwässerung – KREIS

Projektleitung: Hamburger Stadtentwässerung
Wissenschaftliche KoordinationBauhaus-Universität Weimar
FörderungBundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Leitung der Teilprojekte an der Hochschule OWL:Fachgebiet Biologische Abwasserreinigung und -verwertung, Prof. Dr.-Ing. Martin Oldenburg
ProjektpartnerHamburger Stadtentwässerung AöR
Bauhausuniversität Weimar
Technische Universität Hamburg-Harburg
Institut für sozial-ökologische Fragestellungen (ISOE)
Buhck Umweltservice GmbH & Co. KG
CONSULTAQUA Hamburg GmbH
Vakuum Sanitärtechnik GmbH & Co. KG
Laufzeit:2011-2015

Hintergrund

Unter dem Motto „Versorgen durch Entsorgen“ werden von zehn Partnern Fragestellungen zu den Themengebieten Energie- und Entwässerungstechnik, Behandlung und Reststoffnutzung sowie ökologischer, ökonomischer und gesellschaftlicher Bedeutung des Konzeptes bearbeitet und anhand des Quartiers „Jenfelder Au“ in Hamburg umgesetzt. Ziel des Verbundprojekts ist es, den Planungs- und Bauprozess sowie die Inbetriebnahme der technischen Systeme zu unterstützen und nach Fertigstellung der Anlagen deren Betrieb zu begleiten.

 

 

Das Abwasserkonzept, das Teil des Hamburg Water Cycle© ist, sieht in der Jenfelder Au eine getrennte Ableitung von Schwarzwasser (Toilettenabwasser) und Grauwasser (Abwasser aus Waschmaschinen, Duschen und Handwaschbecken) vor. Das stark konzentrierte Schwarzwasser wird mittels Unterdruck in einem speziellen Unterdruckentwässerungsnetz mit geringen Rohrdurchmessern abgeleitet. Hierdurch ist eine anschließende Behandlung in einer Biogasanlage mit Nutzung des Biogases für die Erzeugung von Wärme und Strom durch eine Blockheizkraftwerk und Mikroturbinen für die Siedlungsgebäude möglich. Als ergänzendes Co-Substrat werden zusätzliche Biomassequellen, wie z.B. Fettabscheiderreste und Rasenschnitt aus der näheren Umgebung verwendet.

 

Als zusätzliche Wärmequellen zur Deckung des Heizwärmebedarfs und zur Trinkwassererwärmung findet neben dem Blockheizkraftwerk der Einsatz von Sonnenkollektoren und Photovoltaikmodulen statt.

 

 

 

Vorgehensweise

Das Fachgebiet Biologische Abwasserreinigung und Abwasserverwertung ist einer der sechs wissenschaftlichen Projektpartner und dabei in drei von acht Arbeitspaketen vertreten. Die Untersuchungen zur Inkrustations- und Ablagerungsbildung in Unterdrucksystemen sollen den sicheren Betrieb sowie die Implementierung von neuartigen Sanitärsystemen erleichtern und zu einer hohen Nutzerakzeptanz führen. Dies wird durch ein Handbuch, das für die Anwendung in der Jenfelder Au erarbeitet wurde, forciert. In einem zweiten Arbeitspaket werden basierend auf einer Systemabstimmung werden Kenndaten der verschiedenen technischen Elemente und die Untersuchungsgrenzen festgelegt. Aufbauend hierauf werden in einem iterativen Prozess die Bau- und Betriebskosten für das umzusetzende System sowie für Systemvarianten erfasst. Quellen für die Kosten sind einerseits die Kalkulationen und Festlegungen aus den unterschiedlichen Ausschreibungsverfahren, aber auch die Ergebnisse aus den im Rahmen der Forschung untersuchten Verfahren und Bausteine. Die erfassten Kosten werden gesichtet, aufbereitet und in komprimierter Form dem Projektpartner Bauhaus Universität Weimar zur weiteren ökonomischen Berechnung zur Verfügung gestellt.

 

 

Arbeitsweise und Öffentlichkeitsarbeit

Im Rahmen des Projekts werden neue Formen der transdisziplinären Zusammenarbeit der verschiedenen Partner erprobt. Regelmäßige Projekttreffen dienen zur Abstimmung der vorab definierten Forschungsfragen und deren Bearbeitungsstand. Eine intensive Öffentlichkeitsarbeit soll im Vorwege die Akzeptanz für das Sanitärsystem Hamburg Water Cycle© erhöhen und Akzeptanzschwellen abbauen.

 

Weitere Informationen können hier abgerufen werden.