Konzept für Insekten-Dioramen (Schaukästen) für das NaturForum "Bislicher Insel"

Projektleitung:

Prof. Dr. rer. hort. Ulrich Riedl

Förderung:

Regionalverband Ruhr, RVR Ruhr Grün in Essen

Kooperation:

RVR Ruhr Grün

Laufzeit:

2010-2012

Link:

www.rvr-online.de

Hintergrund:

Für die Erweiterung der Ausstellung im „NaturForum Bislicher Insel“ werden insgesamt acht Schaukästen (Dioramen) zu unterschiedlichen Auen-Lebensräumen von Insekten erstellt. Dabei werden Exponate und Ausstellungsgegenstände verwendet, die die Arten möglichst naturgetreu und anschaulich präsentieren. Das Augenmerk liegt dabei auf Arten, die besondere Strategien oder Anpassungen an das Leben in Flusslandschaften besitzen. Die inhaltliche Konzeption der Schaukästen wird vom Fachgebiet Landschaftsökologie erarbeitet und die Umsetzung fachlich begleitet.


Ziele:

Die Schaukästen veranschaulichen den Besuchern des NaturForums die Bedeutung von Kleinstrukturen in Flusslandschaften für bestimmte Insektenarten und –gemeinschaften. Gleichzeitig sollen die Schaukästen dazu anregen, die behandelten Arten und ihre oft sehr spezialisierte Lebensweise im angrenzenden Naturerlebnisgebiet selbst zu beobachten und zu erfahren. Die Faszination für die dargestellten Arten wird durch eine allgemeinverständliche Aufbereitung bestimmter Verhaltensweisen und Anpassungen an Flusslandschaften geweckt und in spannenden Geschichten dargestellt. Die Einbindung der behandelten Themen in die vom Fachgebiet konzipierte und erstellte Auenmappe dient dazu, Informationen für die Betreuung von Gruppen mit unterschiedlichem fachlichen Hintergrund zur Verfügung zu stellen.

 

Ergebnisse:

In den Dioramen werden acht verschiedene auentypische Kleinlebensräume mit jeweils charakteristischen Insektenarten bzw. -gemeinschaften dargestellt. Die charakteristischen Artenverbindungen sind in ihrer Lebensweise jeweils an den entsprechenden Lebensraum und die auentypischen Prozesse angepasst. Sie verdeutlichen somit entsprechende Aspekte, die in der Dauerausstellung AuenGeschichten behandelt werden.

Folgende Dioramen von Kleinlebensräumen und deren Insektengemeinschaften sind in der Ausführungsplanung:

HalmHaus im StängelDschungel – von Jägern und Überwinterern
Beispielarten: Schilfrohr-Wurzeleule (Rhizedra lutosa), Schilfkäfer (z. B. Donacia clavipes), Schilfgallfliegen (Lipara lucens)

SchlammUfer – offene Schlammufer und ihre Bewohner
Beispielarten: Kurzflügelkäfer (Staphylinidae), Tagfalter wie z. B. Weißlinge, Großer Schillerfalter (Apatura iris, siehe Foto), auf den Schlammflächen jagende Laufkäfer

Am SandStrand – offene Sandufer und ihre Bewohner
Beispielarten: Pelz- und Sandbienen (Anthophora plumipes, Andrena spp.), Wollschweber (Bombylus spp.), Sandlaufkäfer (Cicindela campestris, siehe Foto)

RettungsFlöße im reißenden Strom – Totholz und Geniste
Beispielarten: verschiedene Ameisen-, Spinnen- und Laufkäferarten

Leben im TotHolz – Ganz schön mulmig
Beispielarten: Moschusbock (Aromia moschata), Holzwespe (Xiphydria elongata), Weidenbohrer (Cossus cossus), Hirschkäfer (Lucanus cervus, siehe Foto), Glänzendschwarze Holzameise (Lasius fuliginosus)

Dung – große PflanzenFresser schaffen Vielfalt
Beispielarten: verschiedenen sich von Dung ernährende Insektenarten wie Mondhornkäfer (Copris lunaris)

Im Reich des Bienenwolfes – FeldWege und ihre Bedeutung für Insekten
Beispielarten: Oelkäfer (Meloe violaceus), Bienenwolf (Philanthus triangulum), Sandbiene, z. B. Andrena falvipes

Vom ZaunPfahl zum Lebensraum

Beispielarten: Bunter Eichenprachtkäfer (Anthaxia salicis), Wildbienen (Osmia spp.), Ameisen der Gattungen Myrmica, Lasius