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wasser^plus OWL auf der 7. Westfälischen Trinkwassertagung: Ressourcenorientierte Wasserinfrastrukturen

Wie kann Stadtentwicklung zukunftsfähig gestaltet werden, wenn Wasser als zentrale Ressource gedacht wird? Diese Frage stand im Mittelpunkt des Vortrags von Prof. Dr.-Ing. Jörg Felmeden (Verbundleiter wasser^plus OWL und Fachgebietsleiter Siedlungswasserwirtschaft an der Technischen Hochschule OWL) und Markus Beine (Betriebsleiter Stadtentwässerungsbetrieb Paderborn, STEB) auf der 7. Westfälischen Trinkwassertagung in Paderborn am 17. September.

Unter dem Titel „Ressourcenorientierte Wasserinfrastrukturen: Integrierte Ansätze im Zukunftsquartier Paderborn“ stellten sie ein innovatives Beispiel vor, wie kommunale Akteur:innen z.B. die Stadtplanung und Wissenschaft gemeinsam neue Wege in der Wasserwirtschaft beschreiten.

Auf dem Gelände der ehemaligen „Barker Barracks“ entsteht mit dem Zukunftsquartier Paderborn (ZQPB) ein Reallabor für nachhaltige Stadtentwicklung. Im Fokus der Untersuchungen stehen ressourcenorientierte Sanitärsysteme (ROSS) (auch als Neuartige Sanitärsysteme (NASS) bekannt), Grauwasser- und Regenwassernutzung sowie die Rückgewinnung von Wärme aus Abwasser. Ziel ist eine konsequente Umsetzung der Kreislaufwirtschaft auf Quartiersebene – von der Energie bis zum Wasser.
Das Konzept verknüpft wasserwirtschaftliche, städtebauliche und energetische Aspekte in einer integrierten Planung – ein Ansatz, der im Masterplan des Zukunftsquartiers bereits fest verankert ist.

Im Rahmen des Projekts fanden in den vergangenen Monaten zahlreiche Workshops und Exkursionen mit städtischen Ämtern, den Wasserwerken Paderborn, der Wohnungsgesellschaft Paderborn und weiteren externen Partner:innen statt. Die Workshops wurden von Markus Beine (Betriebsleiter Stadtentwässerungsbetrieb Paderborn, STEB), Prof. Dr.-Ing. Martin Oldenburg (TH OWL Fachgebiet Biologische Abwasserreinigung und Abwasserverwertung und Verbundmitglied wasser^plus OWL) und Prof. Dr.-Ing. Jörg Felmeden (Verbundleiter wasser^plus OWL und Fachgebietsleiter Siedlungswasserwirtschaft an der Technischen Hochschule OWL) geleitet. Besonders inspirierend war dabei der Erfahrungsaustausch mit Hamburg Wasser zum „Hamburg Water Cycle“ im Quartier Jenfelder Au, einem Pionierprojekt für ressourcenschonende Wasserinfrastrukturen.

Das Zukunftsquartier Paderborn zeigt, wie sektorenübergreifende Zusammenarbeit gelingen kann. Nur wenn beispielsweise Stadtplanung, Freiraumplanung, Energieversorgung und Wasser- sowie Abwasserwirtschaft gemeinsam denken und handeln, können tragfähige Lösungen für kommende Generationen geschaffen werden.

Das vorgestellte Projekt ist zugleich Teil des regionalen, sektorübergreifenden Zukunftsnetzwerks wasser^plus OWL.
Vor dem Hintergrund des Klimawandels, zunehmender globaler Wasserkonflikte und der zentralen Rolle von Wasser für die Sustainable Development Goals (SDGs) betonte Prof. Dr.-Ing. Jörg Felmeden die Bedeutung einer stärkeren Vernetzung innerhalb der Wasserwirtschaft sowie einer engen Zusammenarbeit mit den angrenzenden Disziplinen.
Genau hier setzt wasser^plus OWL an: Das Netzwerk bringt Fachleute aus diesen Bereichen zusammen, um gemeinsam innovative Lösungen für eine resiliente, zukunftsfähige und wasserbewusste Entwicklung in Ostwestfalen-Lippe zu gestalten.

Der Vortrag war Teil des abwechslungsreichen Programms der zweitägigen Trinkwassertagung, die Fachleute aus Versorgungsunternehmen, Kommunen, Forschung und Industrie zusammenbrachte. In diesem Jahr standen unter anderem technische Themen wie IT-Sicherheit, Brunnenverkeimung oder die Auswahl geeigneter Beschichtungsmaterialien für Trinkwasserbehälter auf dem Programm.

Hintergrund

Das Zukunftsquartier Paderborn entsteht auf rund 54 Hektar des ehemaligen Kasernengeländes „Barker Barracks“. Es soll zu einem Modellstandort für klimaneutrale Stadtentwicklung werden – mit modernen Energie- und Wasserkonzepten, multifunktionalen Freiräumen und digitaler Infrastruktur.

wasser^plus OWL vernetzt sektorübergreifend Akteur:innen aus Wissenschaft, Kommunen und Wirtschaft, um den Wandel in der Wasserwirtschaft aktiv zu gestalten.