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„Und sonst?“ Studierende am FBW

Am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der TH OWL erlangen Bachelor- und Master-Studierende fachliche und methodische Expertise in Betriebswirtschaftslehre, Logistik oder Wirtschaftspsychologie. Zugleich engagieren sich die Studierenden aber auch neben dem Studium in vielfältigen Bereichen und auf ganz unterschiedliche Arten. Hier lassen wir Studierende zu Wort kommen, um Einblicke in die Tätigkeiten neben dem Studium zu erhalten.

Julia und Felix studieren beide seit dem Wintersemester 2020 Wirtschaftspsychologie (B.Sc.) und zählen damit zu den Studierenden des allerersten Jahrgangs.

Julia engagiert sich neben dem Studium ehrenamtlich beim Technischen Hilfswerk Lemgo (THW) in der sogenannten Bergungsgruppe. Auslöser für ihr Engagement war ihr Bundesfreiwilligendienst, durch den sie auf die Arbeit des THW aufmerksam wurde. Felix hat im Rahmen eines freiwilligen sozialen Jahres als Rettungssanitäter gearbeitet. Neben dem Studium ist er nun ehrenamtliche Leitungskraft in der Ortsgruppe Blomberg des Deutschen Roten Kreuzes (DRK).

Was motiviert Euch, diese Aufgaben neben dem Studium auszuüben?

Julia: Zum einen macht es Spaß, neben dem Studium noch eine körperlich aktive Arbeit zu haben. Außerdem finde ich es spannend, Fachwissen über den Katastrophenschutz zu lernen, denn normalerweise weiß man ja gar nicht, welche Konzepte es im Zivilschutz und der Katastrophenhilfe und im speziellen Fall der Bergungsgruppe für das Retten gibt und wie viel logistischer Aufwand dahintersteckt.

Felix: In meinem freiwilligen sozialen Jahr als Rettungssanitäter wurde mein Interesse geweckt und ich habe mich zum Rettungssanitäter ausbilden lassen. Nach dem FSJ habe ich dann noch eine Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger absolviert. Am Anfang des Studiums hatte ich wegen Corona viel Zeit, beim DRK organisatorische Aufgaben für den Katastrophenschutz zu übernehmen und war immer wieder in Einsätzen aktiv. Auch jetzt habe ich viel Spaß daran, mich gemeinsam mit anderen zu engagieren.

Julia: Wir waren sogar schon mal zusammen im Einsatz. Im März 2022 haben wir vom THW gemeinsam mit dem DRK eine Unterkunft aufgebaut für Menschen, die vor dem Krieg in der Ukraine geflohen sind.

Wie ist Euer Engagement mit dem Studium vereinbar?

Felix: Eigentlich ziemlich gut. Ich habe an einem Tag in der Woche keine Vorlesungen und auch an den Wochenenden ist immer viel Zeit übrig. So kann ich vor allem organisatorische Aufgaben gut nebenher erledigen. Als Helfer im Katastrophenschutz kann es natürlich schon mal vorkommen, dass man genau dann Einsätze hat, wenn es eigentlich gerade nicht passt, etwa an Prüfungstagen. Das ist mir selbst schon einmal passiert und darauf kann natürlich keine Rücksicht genommen werden. Ich konnte in dem Fall aber noch die Prüfung beenden und danach direkt in den Einsatz gegangen.

Julia: Wir treffen uns regelmäßig alle zwei Wochen abends, so sind das Studium und das Arbeiten beim THW gut miteinander vereinbar. Außerdem gefällt mir die Abwechslung zwischen der Kopfarbeit im Studium und der körperlichen Arbeit in der Bergungsgruppe. Am heutigen Dienstabend fahren wir beispielsweise mit dem DRK Lemgo in einen Steinbruch und üben dort die Personensuche und -rettung. Außerdem gibt es weiterführende Ausbildungen wie etwa die zur Atemschutzgeräteträgerin, die körperliche Fitness erfordert.

Gibt es Überschneidungen zwischen dem Wirtschaftspsychologiestudium und Euren Engagements bei THW und DRK?

Julia: Ja und nein – auf der einen Seite sind die Aufgaben im THW ganz anders als das, womit wir uns im Studium beschäftigen. Auf der anderen Seite entdeckt man dann aber doch immer mal wieder Alltagsbeispiele aus der Arbeit für Studieninhalte. Als wir zum Beispiel unterschiedliche Persönlichkeitstypen behandelt haben, konnte ich direkt erkennen, wie so etwas auch bei unserer Team-Arbeit im THW eine Rolle spielt.

Felix: Da ich als Leitungsperson fungiere, erkenne ich oft Bereiche aus dem Studium wieder, wie zum Beispiel das On-Boarding neuer Ehrenamtler oder das Off-Boarding, wenn Ehrenamtliche ihre Arbeit beenden. Mein Aufgabenbereich beim DRK liegt vor allem im Personalmanagement. Diesen habe ich mir zum Teil auch wegen der direkten Bezüge zum Studium ausgesucht.

Interview: Marina Jasperneite

Fotos: privat